Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Nabbmer-Versammlung, wie sie fein sollte re. 5 Um unS nun mit dem Wesen und den Bestrebungen einer Rabbiner-Versammlung besser vertraut zu machen, wollen wir zuvor die Veranlassung besprechen, die sie hervorgerufen und nothwendig gemacht; hieraus wird sich ergeben, wie dieselbe zusammengesetzt sein muß, welche Gegenstände sie beschäftigen, wie sie diese aufzufassen und zu behandeln habe, und endlich, welche Tendenzen sie verfolgen solle. Die Veranlassung zu einer Rabbiner-Versammlung. Von allen Seiten wird zwar ein lautes Geschrei erhoben: das Judenthum sei in Gefahr, der Feind vor den Thoren; ein Ruf, in dem sich die Männer der verschiedensten Farben vereinigen. Man müsse etwas thun; und sieh, die Diktatur, die nach freiem Belieben schalten kann, eine Art Schreckenstribunal, das alles Mißbeliebige über die Klinge springen läßt, wird vor Allem errichtet; und da keine Wahl stattfindet, so wählt natürlich'jeder sich selbst, und das Regiment besteht demnach aus solchen Männern, die die Wehen der Zeit fühlen, die Welt und Religion verbessern wollen, und die Kühnheit oder eigentlich den Muth haben, zu behaupten, sie besser machen zu können. Da gibt man als Universalmittel an, das kranke oder ungestaltete Glied abzunehmen; und diese Verstümmelung oder Abstellung des Mißliebigen gilt als heilige Pflicht, damit das Andere (?) erhalten werde. Machtgebote, ohne jede Begründung, ohne jeden Nachweis ordnen an und bestimmen, ne quid detrimenti respublica accipiat; und unter der Devise, „das Heiligste sei in Gefahr", wird jeder Eingriff beschönigt und gut geheißen. Gegen dieses Vorgeben, so weit verbreitet es auch immerhin sein mag, von (»Vieler Mund es auch aus- und nachgesprochen wird, müssen wir aber vor Allem den energischsten Widerspruch einlegen. Das Judcnthum ist auf zu festen Säulen gegründet, als daß eS je einer wirklichen Gefahr ausgesetzt, als daß je seine Eristenz bedroht sein könnte. „Und das ist mein Bündniß", spricht der Herr, „mein Geist, der auf dir ruhet, mein Wort, das ich dir in den Mund gelegt, es wird nicht aufhören aus deinem Munde und aus dem Munde deiner Nachkommen." Das Judenthum erscheint nur dem gefährdet, dessen Herz nicht mehr rein für dasselbe schlägt, der nicht mehr erglüht für die heilige Wahrheit, die es lehrt, dessen Sinn nicht mehr zugewendet ist dem Abglanz seiner Göttlichkeit; nur ein solches kann von Gefahr und Untergang faseln. „Der Fromme lebt in seinem Glauben"; wer fest ist mit seinem Gott, der wird nicht, und sähe er auch Abfall auf allen Seiten, in seinem Glauben wankend werden; er kennt keine Gefahr. Das Judenthum 1*