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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 4

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 4 (sequence 3)
Language
German
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4 Die Rabbiner-Versammlung, wie sie sein sollte rc. Sache zu trennen wußte, theilte weder die Erwartungen der einen, noch die Befürchtungen der andern Seite; und darum hielt auch ein Thcil unserer Amtsbrüder, die keiner Bewegung im Judenthume sonst theilnahmlos zusehen, so schwer es ihnen bei den ewigen Aufforderungen auch ankommen mochte, an sich, und schwiegen zu diesem Treiben; denn wie der Hyder, schien gerade durch den Kampf dem Rausche neue Streitkraft zuzuwachsen. Die Verhandlungen der versammelten Rabbiner waren nichts mehr als veröffentlichte Reden, und fallen statt ihrer Werke der Kritik und der Oeffentlichkeit aicheim, nicht der wissenschaftlichen, sondern der publicistischen, da sie nur ein solches Interesse haben, verdienen also nicht die Bedeutsamkeit eines Factums. Sie mit dem rechten Lichte indessen zu beleuchten, war hohe Pflicht, weil dieselben einen religiösen Charakter an sich tragen, und das srommglaubigc Gemüth zu verwirren geeignet erscheinen; doch hatte die erste Versammlung noch ein gewisses Anrecht auf schonende Nachsicht, und man hatte Grund ein strenges Urtheil über ihre Verhandlungen zurückzuhalten. Das Institut der Rabbiner-Versammlung war ein ganz junges; es haben sich (so ungern wir auch ein persönliches Verhaltniß berühren, muß es doch im Interesse des Ganzen ausgesprochen werden) sehr viele Unberufene dazu gedrängt; aus Mangel an Vorlagen mußten die Reden über die hochwichtigsten Dinge aus dem Stegreif gehalten Norden, und sic fielen natürlich seicht und flach aus, wahrend noch überdieß die Unberufenen den Ernst des Gegenstandes nicht erfaßten, und mit Gemeinheiten und Witzeleien das Altehrwürdige anfeindeten. Allein die neue Versammlnng brachte nichts Besseres; die Rücksichten, die man der Unerfahrenheit schuldig war, haben aufgehört. Man hat auch in der zweiten nach wie vor Männern die Betheiligung gestattet, die weder in wissenschaftlicher Beziehung noch in Folge ihrer socialen Stellung berechtigt erscheinen durften, an solchen Berathungen Theil zu nehmen, während man aus leicht erklärlichen Gründen Anderen den Zutritt versagte. Es fielen wieder zur Empörung jedes ernsten Mannes Witzworte, und waren stk an der Tagesordnung; die Ansichten waren wieder wie vormals fiach, zu schweigen von andern Mängeln, die sie mit der vorjährigen theilte. Wir gedenken mit Schmerz, wie diese Männer unter dem vorgeblichen Berufe, die Religion zu fördern, als Religionsstürmer hervortraten. Wir wollen diesen traurigen Punkt nicht weiter berühren. Wir wollen überhaupt nicht tadeln und sind hier nur gesonnen, das Bild einer Rabbiner-Versammlung zu entwerfen, wie sie sein, wie sie handeln muß, wenigstens so, wie wir sie uns denken, daß sie Erfolg haben könnte: mögen andere Bestrebungen in diesem Bilde ihre gehörige Beleuchtung und Beurtheilung finden.

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