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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-12-01 · 12 (Dezember 1845) · p. Seite 479

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
12 (Dezember 1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 479 (sequence 33)
Language
German
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- Allgemeine theologische Bibliographie. "479 der würdige Pfarrer von Los Palacios sich in dem mitleidigen Gemeingefühle jener Zeit veranlaßt gesehen hat, ihn zu brandmarken?). Als die Zeit der Abreise gekommen war, sah man alle Hauptlandstraßen mit-Auswanderern bedeckt, Alt unv Jung, Kranke und Hülflose, Männer, Weiber und Kinder in buntem Gemisch; einige auf Pferden und Maulthieren, doch den bei weitem größernTheil die beschwerliche Pilgerschaft zu Fuße unternehmen. Der Anblick so vielen Jammers rührte selbst das Mitleid der Spanier, obgleich Keiner ihnen zu Hülfe kommen mochte; denn der Oberketzerrichter Torquemada gab der Verordnung hierdurch noch mehr Kraft, daß er jeden mit schweren körperlichen Strafen bedrohte, der sich unterstehen würde, sie zu übertreten. Den Flüchtlingen wurden verschiedene Marschstraßen angewiesen, die weit mehr nach zufälligen Umständen bestimmt wurden, als nach Kenntniß der betreffenden Länder, an die sie gebunden waren. Die bei weitem größere Abtheilung, die sich nach einigen Schätzungen auf 80,000 Seelen belief, ging nach Portugal, dessen König Johann II. seinen Gewissenszwang in so weit beschwichtigte, daß er ihnen gegen eine Abgabe von einem Cruzado für den Kopf den freien Durchzug durch seine Staaten auf ihrem Wege nach Aftika gestattete. Man sagt sogar, daß er seine Bedenken so weit zum Schweigen gebracht habe, daß er einigen geschickten Künstlern erlaubte? sich für immer im Königreiche niederzulassen h). Jene-beträchtliche Anzahl nahm ihren Weg nach den Häfen von Santa Maria und Cadir, von wo sie, nachdem sie eine Zeit lang in der eitlen Hoffnung verweilt hatten, das Wasser —> nach den Verheißungen ihrer Rabbiner — sich zu ihrem Durchgänge öffnen zu sehen, sich am Bord einer spanischen Flotte nach den Küsten der Berberei einschifften. AlH sie nach Ercilla, einer christlichen Niederlassung in Afrika, übergeschifft waren, von wo. sie ihren Weg nach Fez zu Lande fortsetzten, wurden sie auf ihrem Wege von den räuberischen Horden der Wüste angefallen, um geplündert zu werden. Des Verbotes ungeachtet hatten die Juden kleine Summen Goldes zu verheimlichen gesucht, die sie in ihren Kleidern oder in dem Futter ihrer Sättel eingenaht hatten. Diese entgingen den habgierigen Blicken ihrer Plünderer nicht, die, wie man sagt, ihren Schlachtopfern sogar den Leib aufschlitzten, um nach Geld zu suchen, das sie etwa verschluckt haben könnten*). Die zügellosen Wütheriche, um ihre Wollust wie ihre Habgier zu befriedigen, erlaubten sich-noch geraulichere Frevel, indem sie die Weiber und Töchter der Juden, die keinen Widerstand leig) Bernaldez 1. 1. cap. 10, 113. Ferreras Hist, de Espagne VIII, 113. h) Zurita Anales V, 9. Ferreras 1. 1. 133. Bernaldez 1. 1. La Clede Hist, de Portugal IV, 95. Mariana Hist* de Espaüa II, 602. *) Bernaldez behauptet, die Juden hatten Ducaten verschluckt, was man in der Folge bei Oeffnung einiger jüdischer Cadaver entdeckte. Bergl. Llorente I, 262. Die Spanier standen also auch in . dieser Hinsicht nicht an entwürdigender Unmenschlichkeit zurück. - F.

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