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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-12-01 · 12 (Dezember 1845) · p. Seite 473

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
12 (Dezember 1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 473 (sequence 27)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 473 unter wenige tolle Priester, Mitglieder eines Standes, zu beugen, der in Spanien wenigstens ebenso wegen seiner Unwissenheit als wegen seiner Unduldsamkeit bekannt war? Bei dem nicht zu leugnenden Widerwillen, den die Castiliauer, und später noch mehr die Aragonier, so offen gegen die Inquisition bekundeten, kann man kaum glauben, daß es der Geistlichkeit gelungen wäre, derselben Bestand bei ihnen zu geben, hatte sie sich nicht der Vorurtheile des Volks gegen die Juden bedientaa). Die Vorsehung wollte indeß, daß die Leiden, welche so über dieses unglückliche Volk gehaust wurden, in vollem Maße dem Volke vergolten werden sollten, das sie zufügte. Die Flammen der Inquisition, die allein für die Juden angezündet wurden, waren am Ende dazu bestimmt, ihre Unterdrücker zu verzehren*). Sie wurden noch mehr durch die sittlichen Einflüsse dieses Gerichtshofes gerächt, der wie ein verderblicher Krebs in dem Herzen des Königreichs um sich fraß, gerade zu der Zeit, als es die glücklichste Zukunft versprach und (es) nur als einen nackten saftlosen Stamm zurückließ **)". „In der Zeit wo die spanischen Herrscher vor Granada standen, erließen sie ihre merkwürdige und höchst unselige Verordnung gegen die Juden; sie schrieben sie gleichsam mit der nämlichen Feder, womit sie die rühmwürdigen Uebergabebedingungen von Granada und den Vertrag mit Columbus Unterzeichneten. Der Leser ist schon mit der (frühern) glücklichen Lage der Juden auf der Halbinsel, sowie mit dem Ansehen bekannt gemacht worden, zu dem sie daselbst mehr als in irgend einem andern Lande der Christenheit gelangten. Der durch ihren Wohlstand erweckte Neid in Verbindung mit der großen religiösen Aufregung, die im Kriege mit den Ungläubigen angefacht worden war, richtete, wie schon gesagt, den schrecklichen Arm des Ketzergerichts gegen sie; der Erfolg zeigte aber, daß der Versuch mißlungen war, da man verhältnißmäßig nur wenig Bekehrungen machte und diese häufig von zweiaa) Die Aragonier, wie wir weiter sehen werden, leisteten von Anfang an einen männlichen, doch vergeblichen Widerstand gegen die Einführung der Inquisition bei ihnen durch Ferdinand. In Castilien veranlaßten die ungeheuren Mißbrauche derselben die gesetzgebende Versammlung zu einem muthigen Dazwischeutrrten zu Anfang der folgenden Regierung. Doch war es indeß zu spät. *) Die Inquisition streckte bald ihre Krallen nach den angesehensten Priestern und Granden des Landes aus. So wurde, wie Llorente I, 342. erzählt, dem Erzbischof von Granada, Talavera, ehemaligem Beichtvater Jsabella's, der Proceß wegen Ketzerei gemacht. Aehnliches berichtet derselbe Hl, 183. von dem Erzbischofs von Toledo, von Don Juan von Oesterreich (das. S. 18), von Don Carlos (S. 126) und anderen Großen. Vergl. auch II, 532 ff. das alphabetische Verzeichniß der von der Inquisition angeklagten und zum Theile verurtheilten hohen obrigk itlichen Personen. F. **) Bis hierher haben wir den vorzüglichsten Inhalt des 7. Hauptüücks gegeben, das sich mit den Leiden der neuen Christen beschäftigt, wenn auch der Verfasser überhaupt häufig „Juden" setzt. Von nun an beginnt das 17. Hauptstück, welches von der Vertreibung der Juden aus Spanien handelt, und das wir mit weniger Auslassung hier wiedergeben. Das Alphabet der Noten beginnt nun von Neuem. F.

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