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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-12-01 · 12 (Dezember 1845) · p. Seite 467

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
12 (Dezember 1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 467 (sequence 21)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 467 weise eine Gegenwirkung in ihrem gesunden Menschenverstände und in ihrer natürlichen Herzensgüte. Torquemada trieb ste zu dem Versprechen, oder, wie Einige behaupten, erpreßte ein solches von ihr, daß, „wenn sie jemals zum Throne gelangte, sie sich der Ausrottung der Ketzerei, zum Ruhme Gottes und zur Verherrlichung des katholischen Glaubens widmen wollen)". Jetzt war die Zeit gekommen, wo dieses unselige Versprechen erfüllt werden sollte. - Man ist es Jsabella's Ruf schuldig, dieß zur Beschönigung des unglücklichen Jrrthums anzuführen, zu dem sie durch ihren mißleiteten Eifer verführt ward; ein so grober Jrrthum, der gleich einer Ader in einem kostbaren Bildwerke ihrem sonst tadellosen Charakter einen schiefen Ausdruck gibt.— Erst nachdem die Königin die wiederholten dringenden Anliegen der Geistlichkeit, besonders aber die der ehrwürdigen Herren, denen sie am meisten ver-- traute, erduldet hatte, die noch durch die Gründe Ferdinand's unterstützt wurden, willigte ste ein, beim Papst um eine Bulle zur Einführung des „heiligen Amtes" in Castilien nachzusuchen. Sirtus IV., der damals auf dem päpstlichen Stuhle saß, erkannte bald, wie sehr diese Maßregeln zu Quellen des Reichthums und Einstusses für den römischen Hof werden könnten, gewährte bereitwillig das Verlangen der Herrscher, und erließ eine Bulle vom ersten November 1478, wodurch er ste ermächtigte, zwei oder drei geistliche Inquisitoren zur Entdeckung und Unterdrückung der Ketzerei in ihren Landen anzustellen °). . Da der Königin indeß immer noch Gewaltmaßregeln zuwider waren, schob sie die Ausführung der Verordnung noch auf, bis erst ein milderer Weg versucht worden war. Auf ihren Befehl verfertigte daher der Erzbischof von Sevilla, Cardinal Mendoza, einen Katechismus, der die verschiedenen Punkte des katholischen Glaubens darstellte, und wies die Geistlichkeit ln seinem ganzen Kirchsprengel an, keine Mühe zu scheuen, um die in Finsterniß versunkenen Israeliten durch freundliche Ermahnung und klare Auseinandersetzung der wahren Grundsätze des Christenthums aufzuklären p). Ob man damit nach dem Geiste dieser Befehle mitten unter der damals herrschenden Aufregung einverstanden war, mag wohl mit Recht bezweifelt werden. So viel ist aber ziemlich gewiA daß der zwei Jahre später von einem Ausschüsse Geistlicher, dem Alfons von Ojedq Vorstand, abgestattete Bericht über den Fortschritt der Bekehrung ungünstig für die Juden ausfallen mußteq). n) Zurita Anales IV, 323. o) Pulgar 1. 1. Bernaldez I. 1. Llorente 1. 1. I, 143—145. p) Pulgar und Bernaldez 1. 1. ' q) Wahrend der Zeit erschien eine beißende Schrift von einem Juden, welche scharfe Bemerkungen über das Benehmen der Regierung und selbst über die christliche Religion enthielt, und die endlich von Talavera, nachmaligem Erzbi- 35*

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