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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-12-01 · 12 (Dezember 1845) · p. Seite 464

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
12 (Dezember 1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 464 (sequence 18)
Language
German
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464 ' Allgemeine theologische Bibliographie. Ungeachtet des Anscheines von Wohlergehen war die Lage der bekehrten Juden weit davon entfernt, eine sichere zu sein. Ihr Uebertritt war zu schnell erfolgt, um allgemein ein aufrichtiger zu sein; und da die Aufgabe der Verstellung eine zu schwierige war, um fortwährend ertragen zu werden, wurden sie allmalig weniger vorsichtig und bekamen das ärgerliche Ansehen von Abtrünnigen, die wieder umkehrten, um sich im alten Schlamme des Judenthums zu walzen. Die Geistlichen, namentlich die Dominicaner, die den feinen Geruch für Ketzerei von ihrem wahntollen, darin ausgezeichneten Stifter geerbt zu haben schienen, säumten nicht, Lärm zu schlagen; und der Pöbel, der im Namen der Religion leicht zu Gelvaltthaten Hinzureißen war, fing an, die unruhigste Bewegung zu zeigen, und den Versuch, sie zu Jaen zu unterdrücken, mußte der Constabel von Castilien, ein Jahr vor der Thronbesteigung Jsabella's, wirklich mit seinem Leben büßen. Nach dieser Zeit wurden die Klagen über die jüdische Ketzerei noch lauter, und der Thron wurde wiederholt mit Gesuchen belästigt, wirksame Mittel zur Ausrottung derselben zu ersinnen k). Ein Abschnitt in dem Zeitbuche des Pfarrers von Los Palacios, der zu der Zeit in Andalusien lebte, wo die Juden am häufigsten gewesen zu sein scheinen, wirft ein Helles Licht auf die wahren sowohl, wie auf die angeblichen Gründe zu ihrer nachherigen Verfolgung. „Dieses verwünschte Geschlecht", sagt er von den Israeliten, „weigerte sich entweder seine Kinder zur Taufe zu bringen, oder, wenn sie es thaten, wuschen sie den Fleck wieder ab, wenn sie nach Hause kamen. Sie bereiteten ihre Fleischspeisen oder andere Gerichte mit Oel, statt mit Speck; enthielten sich des Schweinefleisches, feierten ihr Osterfest, aßen Fleisch in der Fastenzeit, sandten Oel nach ihren Bethäusern, um die Lampen darin zu füllen, und beobachteten noch andere abscheuliche Gebräuche ihrer Religion. Sie bezeigten keine Achtung vor dem Mönchsleben und entweiheten häufig die Heiligkeit von Andachtshäusern, indem sie die Bewohner derselben mit Gewalt oder durch Verführung daraus entfernten. Sie waren ein außerordentlich kluges und ehrgeiziges Volk, das sich die einträglichsten städtischen Aemter anzueignen wußte, und zogen es vor, ihren Unterhalt durch den Handel zu erwerben, der ihnen ungeheuer viel einbrachte, als durch Händearbeit und Handwerkskünste. Sie betrachteten sich als in den Händen der Egypter, die zu betrügen und zu bestehlen ein Verdienst war. Durch ihre schändlichen Kunstgriffe sammelten sie sich große Reichthümer, und durch diese gelang es ihnen oft in adelige christliche Familien zu heirathen" *). k) Mariana Hist, de Espana II. 479. Pulgar Reyes catolicos part. II. cap. 77. f lj Reyes catolicos. MS. cap. 43. (Der hier gehauste Unsinn hat theils die „neuen Christen" theils die Juden im Auge, und legt der fanatische Ber-

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