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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-12-01 · 12 (Dezember 1845) · p. Seite 461

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
12 (Dezember 1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 461 (sequence 15)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 461 Dieses war in der Thal das goldene Zeitalter der neuern, jüdischen Literatur, die unter den spanischen Kalifen eines so wohlthätigen Schutzes genoß, wenn sie auch zuweilen von den Launen der Gewaltherrschaft gestört wurde, daß sie zu einer schönern Blüthe und vollstandigern Entwickelung im 10. 11. 12. und 13. Jahrhundert gelangte, als sie in irgend einem andern Theile der Christenheit erreicht hat °). Die alten Castilianer aus dem nämlichen Zeiträume, die von ihren gothischen Vorfahren sehr verschieden waren, scheinen den Juden einige Achtung erwiesen zu haben, die ihnen die höhere Bildung der spanischen Araber abnöthigte. Wir finden, daß ausgezeichnete Juden sich an den Höfen der christlichen Fürsten aufhielten, deren Studien sie leiteten, die sie als Aerzte bedienten, und noch häufiger, deren Geldangelegenheiten sie besorgten. Zu dem letzten Geschäfte scheinen sie eine natürliche Anlage gehabt zu haben; und allerdings erlangten sie eine große Gewandtheit in politischen und Handelsangelegenheiten durch den Briefwechsel, worin sie mit den verschiedenen europäischen Landern vermittelst ihrer Landsleute (?) standen; diese waren die Mäkler fast aller Völker, unter denen sie im Mittelalter zerstreut waren. Wir treffen jüdische Gelehrte und Staatsmänner angestellt an den Höfen von Alfons X., Alfons XI., Peter dem Grausamen, Heinrich II. und anderen Fürsten. Jhre Kenntniß von der Sternkunde empfahl sie besonders bei Alfons dem Weisen, der sich ihrer zur Anfertigung seiner berühmten Sterntafeln bediente. Jacob I. von Arragonien ließ sich herab, von ihnen Unterricht in der Sittenlehre zu nehmen; und im fünfzehnten Jahrhundert finden wir, daß Johann II. von Castilien sich eines jüdischen Schreibers bei der Abfassung eines Volksgesangbuches bediente f). fremden Lande zu singen, kann nicht auf die spanischen Inden angewendet werden, die, weit entfernt, ihre Harfen an die Weiden zu hangen, sich in ihren besangen mit einem Freimuthe und einer Lebhaftigkeit ergoffen, die mehr an die neueren Minnesänger als an die alten hebräischen Meistersanger erinnert. (Dieser Vergleich dürfte etwas zu stark sein, da die Minne und ihr ähnliche Ergüsse entschieden nicht überwiegend sind bei den jüdischen spanischen Dichtern und ihnen nur selten einige Harfenkiange ertönen. F.) Castro hat unter siglo XV. einige Strahlen davon gesammelt, die bei ihrer Aufnahme in ein christliches Gesangbuch der Wuth der Inquisition entgangen sind. Das. 1, 265—364. e) Castro hat das für die hebräische Literatur gethan, was Casiri wenige Jahre vorher für die arabische Spaniens leistete, indem er solche Werke zur Kenntniß gebracht hat, welche der Zerstörung der Zeit und des Aberglaubens entgangen sind. Der erste Band seiner Biblioteca espanola enthalt eine Zergliederung von Auszügen aus mehr als 700 verschiedenen Werken, begleitet mit kurzen Lebensabriffen ihrer Verfasser; das Ganze legt von der Fähigkeit und verschiedenartigen Gelehrsamkeit der spanischen Juden ein ehrenvolles Zeugniß ab. I) Ba8nage 1. 1. liv. 6. chap. 5, 15. 16. — Castro l. 1. 1, 116. 265. 267. — Mariana Hist, de Espana I, 906. II. 63. 147. 459. Samuel Levy,

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