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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-12-01 · 12 (Dezember 1845) · p. Seite 460

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
12 (Dezember 1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 460 (sequence 14)
Language
German
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460 Allgemeine theologische Bibliographie. mischen. Ihre gemeinschaftliche morgenländische Abstammung erzeugte eine Aehnlichkeit des Geschmacks, die gewissermaßen einer solchen Vereinigung nicht ungünstig war. Jedenfalls zeichneten sich die früheren spanischen Araber durch einen Geist der Duldsamkeit aus, gegen Juden und Christen („das Volk des Buches", wie sie fdie Juden) genannt wurden), wie man ihn schwerlich unter den spateren Muselmännern gefunden hat. Unter diesen günstigen Verhältnissen sammelten nun dieJuden durch ihre bekannte Betriebsamkeit nicht nur Reichthum, sondern stiegen auch allmälig zu den höchsten bürgerlichen Würden empor, und machten große Fortschritte in den verschiedenen Zweigen der Wissenschaft. Die Schulen von Cordova, Toledo, Barcellona und Granada waren mit Schülern angefüllt, die mit den Arabern darin wetteiferten, die Flamme der Gelehrsamkeit Ln der tiefen Finsterniß des Mittelalters lebendig zu erhalten b). Was man auch über ihren Erfolg in der speculativen Philosophie denken mag *),' so kann ihnen doch billigerweise nicht abgesprochen werden, daß sie zu den praktischen und Erfahrungswissenschaften sehr viel beigetragen haben. Sie haben alle Theile der bekannten Welt bereist, wobei sie Reisebefchreibungen sammelten, die sich Ln späterer Zeit von großem Nutzen erwiesen; sie brachten Schatze von Pstanzen und morgenländischen Specereien mit nach Hause, die wichtige Beiträge zu den heimischen Heilmittellehren lieferten e). In der Ausübung der Arzneikunst wurden sie so geschickt, daß sie dieselbe gewissermaßen für sich in Beschlag nahmen. Sie machten große Fortschritte in der Mathematik und besonders in der Sternkunde; während sie in der Ausübung der schönen Wissenschaften den alten Ruhm der hebräischen Muse erneuertend). b) Die erste von den gelehrten Juden in Spanien errichtete Akademie war die von Cordova im I. 948. Castro, Biblioteca espanola 1, 2. — Basnage Histoire des Juifs, Iiv. 7. chap. 5. (Der Verfasser citirt eine englische Uebersetzung von Basnage's Werk; wir haben den französischen Titel beibehalten, und bemerken nur noch, daß wohl das Jahr 960, in welchem R. Mosche und sein Sohn, R. Chanoch, auf ihrer bekannten Reise von Bari durch widrige Zufalle nach Cordova kamen und dort eine Akademie errichteten — vergl. Juchasin — die richtige Jahreszahl soder vielleicht noch spater! sein dürfte. F.) *) Hier folgt ein großes Citat von Degenerando, von dem wir schon oben sprachen. - F. c) Castro, Biblioteca espanola 1, 21. 33. u. a. a. O. — Benjamin von Tudela's berühmte Reisebeschreibung erlebte noch vou der Mitte des letzten Jahrhunderts sechszehn Auflagen, nachdem sie in die verschiedenen europäischen Sprachen übersetzt worden war. Ebendas. 1, 79. 80. d) Das schöne Klagelied, das der königliche Psalmdichter seinen Landsleuten in den Mund legte, als ihnen befohlen ward, die Gesänge Zions in einem

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