Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 12 (Dezember 1845)
- Date
- 1845-12-01
- Page
- Seite 458 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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4S8 Allgemeine theologische Bibliographie. Allgemeine theologische Bibliographie. , - Geschichte der Regierung Ferdinand's und Jsabella's der Katholischen von Spanien. Von William H. Prescott.. Aus dem Englischen übersetzt. 2 Bde. Leipzig, F. A. Brockhaus. 1842. PrescotPs „Kistory ok Ille reign ob Ferdinand and Isallella Ille Oalllolie of Spam“ erschien int Jahre 1837, und erlebte in kurzer Zeit fünf Auflagen. Dieses sowohl durch Auffassung und Darstellung als durch reiches Quellenstudium treffliche Werk bringt auch zwei Hauptstücke (siebentes und siebzehntes 1. Band) über den Zustand der Juden in Spanien in dieser Zeit, und über deren Vertreibung. Auch hier zeigt der Verfasser eine ungemeine Belesenheit in der spanischen Literatur; doch gehen ihm die jüdischen Quellen ab und darum findet sich hier im Vergleich zu den anderen Partien dieses Buches manche bedeutende Lücke. Diese Unbekanntschaft ist überhaupt der wunde Fleck bei christlichen Autoren, die über jüdische Zustände oder Wissenschaft schreiben. Schon Bruker in seiner „Historia critica Philosophiae“ verdient manche Rüge, die vollends gegen einen Degenerando nicht scharf genug ausgesprochen werden kann, der in seiner „Histoire eomparee des systemes de philosophie; IY? 299." in Bezug auf den Werth der philosophischen Forschungen der Juden das Urtheil fallt: „Aussi nous cfeerchons en vain dans ceux de leurs e'crits5 qui nous sont connus? non seulement de vraies decouvertes, mais metne des ide'es re'ellement originales.“ Hatte doch der gelehrte Verfasser uns gesagt, wie viel jüdische Schriften ihm bekannt sind: ob er, wenn er auch Spinoza nicht hierher rechnet, die Werke eines Saadia, Jbn Esra, Bechai, Levi den Gerson, ob er die der spanischen Schule gelesen und ihnen wirklich jede originelle Idee abzusprechen sei. Was bedeutet dieses „qui nous sont connus?“ Mit gleichem Rechte könnte mancher Franzose behaupten, so viel ihm bekannt ist, findet bei den Deutschen sich weder eine eigentliche Entdeckung noch Originalität. Doch auch dieses stolze, vornehmthuende Absprechen wird, je mehr die Schätze der jüdischen Literatur sich öffnen und auf die^früheren Autoren und deren geistige Wirksamkeit aufmerksam gemacht werden wird, in seiner Unwissenheit eine genügende Strafe finden. Hinsichtlich Prescott's Werk, das mehr auf historischem Boden verbleibt und fast nur die staatlichen Verhältnisse der spanischen Juden im Auge behält, dürfte dieser Mangel weniger fühlbar sein; und haben wir daher, da der Raum beschrankt ist, uns mit einigen Anuterkungen begnügt, die bei einer, baldigen Gelegenheit aus den Responsen der Gelehrten, die nicht lange vor dieser Zeit lebten, werden ver-