Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 12 (Dezember 1845)
- Date
- 1845-12-01
- Page
- Seite 457 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber die Glaubenssymbole der mosaischen Religion. 457 gewählt, das nur der Mann als öffentlicher Vertreter dieser Bestimmung in der Welt führen soll; wogegen das erste Glaubenssymbol, welches ein Bekenntniß des Glaubens an Gott ist, weil der Glaube selbst etwas Innerliches ist, von Mann und Weib abgelegt wird. Daß die Beschneidung auch unter andern alten Völkern Sitte war, steht unserer Erklärung nicht im Wege; denn kaum wird sie unter irgend einer Nation zur allgemeinen Pflicht gemacht worden sein, und wenn auch, so hatte sie doch nicht, was den Ausschlag giebt, diese religiöse Bedeutung. Nimmt die christliche Kirche Anstand, die Taufe als Sacrament zu betrachten, weil auch unter heidnischen Völkern Abwaschungen und Lustrationen, dazu noch in religiöser Absicht, üblich gewesen? Eben so richtig ist die Bemerkung, daß die Beschneidung für die Gesundheit im Oriente dienlich war, oder es heute noch in jedem Klima ist; denn als Sanitätsinaßregel wurde die Beschneidung im Judenthume nicht eingeführt, sondern deutlich und klar ist ihr erhabener Zweck, ein Zeichen des göttlichen Bundes zu sein, in der Schrift ausgesprochen. Daß sie, wenn sie der Gesundheit nachtheilig wäre, von Gott nicht als religiöses Symbol eingesetzt sein würde, geben wir gerne zu: nrn -rn aro. Und wiederum ist nicht das Baden im Wasser überall, vorzüglich aber im Oriente, der Gesundheit dienlich? Dennoch wird die Kirche in der Taufe, die doch ursprünglich im Untertauchen bestand, kein Gesundheitsinstitut, sondern eine religiöse Ceremonie sehen. Möchte man einmal aufhören, über die Religionsinstitutionen und Symbole des Judenthums leichtfertig abzusprechen! Die Idee und Wirkung solcher Institute wird immer nur für den der Confession gläubigen Angehörigen in der Fülle ihres Segens klar sein. So schließen wir denn diese Abhandlung mit der Wiederholung,'; daß Sabbat und Beschneidung Glaubens syinbole sind und als thatsächliche Bekenntnisse dienen; daß durch den Sabbat wir bekennen, was Gott uns ist, oder die Lehre des Einen wahrhaften und lebendigen Gottes; durch die Beschneidung, was wirGott sein sollen, oder unsere Bestimmung im Leben vor Gott, daß somit durch diese beiden Symbole die ganze Religion Israels in ihren zwei Grundlagen bekannt werde, weßhalb denn in diesem Sinne sowohl von dem Sabbat als der Beschneidung der Spruch aufgestellt ist: -tt ’?2 "13:5 nVipr. Dr. Joseph Ilub, Rabbiner.