Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 12 (Dezember 1845)
- Date
- 1845-12-01
- Page
- Seite 454 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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454 ' lieber die Glaub enssynrbole der mosaischen Religion. die Beschneidung muthwillig unterläßt, der Übertritt nicht bloß ein Ceremonialgesetz, sondern verleugnet die Bestimmung Israels — -sa »at ttnat ias nvna —; denn die Beschneidung ist das zweite Glaubenssymbol in der mosaischen Religion, wodurch der Jsraelite durch sein ganzes Dasein das Bekenntniß ablegt, daß er als Jsraelite die Bestimmung habe, demHerrn zu dienen und seinen Namen durch einen heiligen Wandel zu heiligen. Diese Bedeutung legten schon ältere Rabinen der Beschneidung bei, z. B. Tur Jore dea cap. 260: Dinn rra ms s^n an '■w» nasai cpaa psiap pw» rarifvi im rnsvn ia isaa trnn tnaaa masirVo» tstsn- ■oannaia ■oarrr'safi waaa mnn ms s^n n'-^an bas rnsn ms*' irtrtn ifioti vrasV B^a^n aras airn -vrft -uus ‘lmsna.'jssn las aros’i. Dagegen vermögen wir durchaus nicht der Meinung Maimonideö, welcher übrigens auch noch andere mehr der von uns adoptirten sich nähernden Ansichten vorträgt, beizupflichten, „daß die Beschneidung das symbolische Bekenntniß unseres Glaubens an Einen Gott sei", UoreblebnobimHl.,49: *>» tza pi vivn iw rnias bs i^as anaas naa aivs rnaan nsr p> ainaa pasnb Bnaas rnaaa aaaa ^la^V"; denn diese symbolische Bedeutung kommt, wie wir gesehen, nur dem Sabbat zu. Würde der Talmud — in den Midraschim finden sich ähnliche Aeußerungen — diese Ansicht theilen, er hätte dann nothwendig den die Beschneidung Verletzenden, r&'zb -raia dem Sabbathschänder, raa Vfcma, und daher auch dem Götzendienst Treibenden ,'ss gleich stellen müssen. Auch die Bibel giebt nirgends auch nur eine leise Andeutung , daß die Beschneidung an die Einheit Gottes erinnern, soll, während dem Sabbat so oft dieser Zweck beigelegt wird. Vielmehr glauben wir, aus der dem Befehle der Bev schneidung vorhergehenden Mahnung Gottes an Abraham: „wandle vor mir und werde vollkommen" (Gen. 17,1.), den Beweis für die Bedeutung dieses Gesetzes nach unserer Auffassung finden zu können. Der Wandel vor Gott, die Bestimmung, durch Heiligung sich zu vervollkommnen, ist es, woran die Beschneidung erinnern, wovon sie symbolisches Bekenntniß sein soll. — Wird in Erwägung gezogen, daß der Auszug von Aegypten für die ganze Gemeinde Israels das war, waS der Eintritt ins Dasein für das Individuum ist: eine leibliche Erschaffung oder Geburt, so wird erklärlich, warum von der Theilnahme an dem Pesachopfer, dem Opfer, das zum Danke dem Andenken dieser leiblichen Erschaffung für den künftigen Beruf Israels gebracht wurde, der unbeschnittene Jsraelite ausgeschlossen war. Kein anderes Vergehen, gegen irgend ein anderes Gebot machte unfähig der Theilnahme am Pesachopfer; kein anderes allgemeines Ceremonialinstitut schloß den ' Unbeschnittenen von der Betheiligung .aus, weil nirgends eine so eüge "Verwandschaft der Ideen zwischen zwei Ceremonien Statt hatte, als