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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-12-01 · 12 (Dezember 1845) · p. Seite 451

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
12 (Dezember 1845)
Date
1845-12-01
Page
Seite 451 (sequence 5)
Language
German
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lieber die Glanbensst-mbole der mosaischen Religion. 451 des Sabbats ist auch schon in dem Dekalogus geboten und auch sonst schon vor den Propheten anempfohlen*). Eben so wenig wollen wir in Abrede stellen, daß die Erholung von den körperlichen Anstrengungen bei der Sabbatfeier erzielt werde; allein diese Erholung soll eine negative sein als nothwendige Folge der gebotenen Ruhe; man mache sie aber nicht zum Zwecke, dehne sie nicht zu weit aus, damit der Hauptzweck nicht verfehlt werde. Zu wichtig ist die Bedeutung des Sabbats in unsrer Religion, als daß nicht allen Ernstes auf seine wahre Heiligung hingearbeitet werden müßte. Nach dieser Erklärung des Sabbats- . begriffes wird es Niemand mehr auffallend finden, daß im Talmud die Sabbatschandung dem Götzendienste gleichgestellt werde. Denn da der Sabbat das symbolische Bekenntniß des Glaubens an den Einen wahren Gott ist, so liegt in einer absichtlichen offnen Entweihung desselben eine Verlaugnug dieses Glaubens, ein Abfall von Gott, n^'pn iiaan aViyn xnaa tipssi "real man arorwA mi» rmsöa 'in (Tosephot zu Jebamot fol. 5, b.). Von diesem Gesichtspunkte aus erklärt sich auch die etwas hart klingende Stelle im Talmud (Sanhedrin fol. 59.), daß ein Heide, welcher den Sabbat feiert, sich des Todes schuldig mache. Ist nämlich die Sabbatfeier ein Bekenntniß des Glaubens an Einen Gott, so begeht der Heide, welcher das Bekenntniß durch diese Feier ablegt und dennoch dem Heidenthume oder Götzendienste ergeben ist, eine Gotteslästerung**). Gegen diese Bestimmung des Sabbats erhebe man nicht den Einwand, daß ja die Schrift neben dem Grunde, an die Schöpfung zu erinnern, auch den Zweck angebe, des Auszuges von Aegypten zu gedenken. Denn wurde Israel nicht zu dem Ende aus dem ägyptischen Sclavendienste erlöst, um Knecht Gottes, Anbeter des Einigen und Alleinigen zu sein? Demnach hat die Feier des Sabbats einen Zweck mit der Erlösung Israels, weßhalb denn der Midrasch Israel den Gemahl des Sabbats nvu -p nennt, und der Talmud erklärt: Drei geben von einander Zeugniß: Gott, Israel und der Sabbat. So steht denn der Sabbat als die heiligste Ceremonie *1 Auf das Wort irvmsb machen die Rabbiner aufmerksam, daß es auf eine positive Feier hindeute. Daß das vermehrte Opfer eine erhöhte gottesdienstliche Feier bedeute, ist bekannt. Philippson hebt in dieser Hinsicht mit Recht das Alp seip« hervor. Desto auffallenderist's, i>aß er einen erweiterten Gottesdienst am Sonntage vorschlug, zumal wenn man bedenkt, daß die Sonntagsfeier mit der christlichen Dogmatik eng zusammenhangt. **) Im Talmud selbst scheint sowohl die biblische Beweisstelle, als die Erweiterung dieses Ausspruches rückstchtlich anderer Tage unserem Grunde zu widersprechen; allein schon der andere Satz dort im Talmud, daß ein Heide, der sich mit der Thora beschäftigt, des Todes schuldig sei, und der Midrasch (zubNos.I.) scheinen unsere Annahme zu bestätigen. 34*

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