Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 447 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Notizen. 447 ' Bei dieser feierlichen Anrede lächelte Ben-Kamzer seltsam, blieaber seinem Starrsinne getreu, sein Geheimniß nie und niemals zu entdecken. „Im Grabe ist Wahrheit!" sprach der geheimnißvolte, finstere Mann, „ich nehme die Wahrheit mit Ln's Grab." — Da gerieth der Hohepriester in Zorn und schmetterte ihn nieder mit einem gräßlichen Fluche. „Fahre hin, Unmensch, gottentfremdetes Gespenst der Nacht! Deine Kunst, die unheilige, die nachtbedeckte, welche Du verschmähest an Gottes reinem Lichtstrahl zu weihen, zu verklären, — modere und verwese mit Dir! In spaten Zeiten bei fernen, fremden Geschlechtern wird sie aber einst zum Heit der Welt neu auferstehen und vollendet erblühen. Ein fremder Name im kalten Norden soll durch sie unsterblich werden. Sein Monument, das er den Forschungen des menschlichen göttlichen Geistes für die Ewigkeit erbauet, wird staunenden Völkern die Göttlichkeit des ewiglebenden Gedankens offenbaren, wahrend Du klanglos, lichtlos und spurlos in die Unterwelt fahren wirst. Der Name der Ruchlosen vermodere!" Der Fluch des Sehers ging in Erfüllung. Ben-Kamzer nennt keine Nachwelt, wahrend Guttenberg und seine vollendete Kunst erst dann untergehen werden, wenn der Erdball auseinanderfällt. Or. M. Letteris. Nachträge und Berichtigungen zu dem Aufsatze zur Chronologie u. s. rö. (Juliu. Augustheft.) Zu S. 272 Z. 11. Pinhas Ben Bata. Man könnte hier an den Finehas denken, welcher unter die rabbinischen Lehrer Muhameds gerechnet wird (s. Rosst, hist. Wörterb. Art. Finehas), und da schwerlich ein jüdischer Zeitgenosse Muhameds ein Werk in arabischer Sprache (das Werk: Taalif, welches Hamza ausdrücklich citirt) verfaßt hat, so wäre anzunehmen, daß erst spatere muhamed. Legendisten den Verfasser des Taalif, der wohl kaum vor Ende des 8. Jahrh. gelebt haben dürfte, zu einem Lehrer Muhameds gemacht. Daß er auch Pinhas Ben Asarjah (eigentlich fc-WKS *p, s. Geigers Preisschr. S. 16) genannt werde, Ware vielleicht aus der historischen Rücksicht bei arabischen Beinamen, über die ich bereits früher (Zeitschr. S. 78. 118—119, Fremdspr. Elemente S. 13. Anm. 28) gesprochen, zu erklären. — Glauben wif hingegen den Berichten der arabischen Schriftsteller, und wollen dennoch unseren Verfasser des Taalif mit dem Zeitgenossen Muhameds identificiren, so wäre vielleicht anzunehmen, daß dieser eine Art Midrasch war, der wohl gar den Pinhas zum Besitzer, nicht zum Verfasser hatte, aus, welchem vielleicht auch durch Mißverstand der (auf Pinhas bezogene) Ausspruch des Koran (IX. 301) „die Juden hielten Esra für Gottes Sohn" stoß (s. darüber Geigers Erläuterung a. a. £). S. 194. 204, vergl. Maimonides, Brief an R. Obadia, Ker. Ehern. V. S.194). Es ist dieser Umstand für das exegetische Capitel vom „Gottessohn" nicht ohne Interesse. Gewiß nahm Muhamed mit Freuden jede Gelegenheit wahr, auch die Juden zu „Vielgötterei" zu stempeln. - Etwas Aehnliches wird von dem muhamedanischen Sectenstifter Abdallah Ben Saba berichtet, der den Khalifen Ali als wahren Gott erklärte (Herbelot: Abdallah 1.19. Iß! im Journ. Asiat. VI. p. 327. Wiener Jahrb. Bd. CI. S. 16, vergl. Ali-Jlähi das. S. ,36).