Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 446 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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44« Not i z e n. Ist es vielleicht.entschwebt der Flamme, Zurückgekehrt zu seinem Stamme, Forttraumend jetzt am Lebensbaum Von Zions Glanz den schönen Traum, Und weckt es da des Volkes Kummer Zu leiser Klage aus dem Schlummer? — Ven-Kamzer. Die erste Spur einer Buchdruckerkunst in der vorchristlichen Zeitrechnung. (Dichtung und Wahrheit.) crem ttai -wru 'w aren nmv te nsn isqp p .(n^ &M3T) Im letzten Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung lebte zu Jerusalem ein dunkler, gehekmnißvoller Mann, Ben-Kamzer mit Namen. Er trieb Heilkunde, Alchemie, Cabbala und andere Geheimwiffenschasten, die, so sehr sie auch mit den ewigthatigen Naturkrasten in Verbindung stehen mochten, doch zu jeder Zeit mystischen und dämonischen Jnstuenzen zngeschrieben wurden. Ben-Kcnnzer brauete und kochte Latwerke und Getränke, klopfte und hämmerte in düsterer Nacht, zum Schrecken seiner unheilahnenden Nachbarn. Des Tages aber war er wenig sichtbar.' Begegnete man chm, was selten zu geschehen pflegte, aus offener Straße oder in einem Winkel der Vorhallen des Tempels, so verkündete sein düsteres, gleichsam in seiner Höhle verkohltes Auge den innern Feuerbrand, der in ihm köderte, das geheimnißvolle Traumen und Sinnen, das ihn verzehrend bewegte. So wenig die Resultate seiner Forschungen je an den Tag kamen, indem, wie er sich einmal äußerte, er diese durch irgend eine Mittheilung nur entweihen würde, so kam er doch eines Tages wie außer sich vor Freude zum Hohepriester snd zeigte ihm, wie er den Namen Jehova (der im Urtert der heiligen Schrift aus vier isolirten Buchstaben besteht) mit einem Zuge in einem Augenblicke zu schreiben im Stande sei. Sein Verfahren aber verheimlichte er sorgfältig. Nur so viel wurde durch den Augenschein bekannt, daß diese wundersame Schnellschrist vermittelst vier Schreibegriffeln geschah, die der Zauberer mit besonderer Fertigkeit in Bewegung zu setzen verstand, so daß der schnellste Blick kaum einen flüchtigen Druck wahrzunehmen vermochte. Rach einigen Tagen, als die Kunde dieser neuen Erfindung in der heiligen Gsttesstadt verbreitet war, kam eine feierliche Deputation der Priester, Aeltesten »sd Schristgelehrten zur dunkeln Behausung Ben-Kamzers. Sie pochten an die verschlossene Thüre und verlangten Einlaß im Namen des Allerheiligsten. Der Hohepriester redete ihn an und stellte ihm in eindringlicher Rede vor, wie es den Ruhm des dreimal heiligen, einigen Gottes betraft, wenn er, Ben-Kamzer, das Verfahren seiner Schnellschrist den Abschxeibern des heiligen Gesetzes (reö fr.irtr) bekannt machte. Die Einigkeit Gottes müsse auf jede Art der Außenwelt maniftstirt werden. Wie der heilige Name des Welterhalters in einem Athemzuge ausgesprochen werden kann, so würde es ihn verherrlichen und heiligen, wenn man ihn in einem Augenblicke und ungetheilt auch riiederznschreiben vermöchte.