Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 440 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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440 Zur Wissenschaft des Judenthums. Zeit schon zu sehr verbreitet, als daß man mit Erfolg solche Veränderungen versuchen konnte. Zudem scheint die Beraita, die diese Stellen anführt, alt, und gilt dieses besonders vonder einfachenfchmucklosen Erzählungj.Megilla6. (Vergl. Vorstud. S. 29. 32.). Wenn die Veränderungen erst in der nachchristlichen Zeit vorgenommen worden wären, so hätte ihr eigentlicher Ursprung und ihre Veranlassung dem Autor der Beraita schwerlich so unbekannt sein dürfen, daß er sie auf Ptolemäus hinaufgeführt hätte! Und warum endlich nur im Pentateuch verändert und nicht auch in den anderen heiligen Büchern? Führten doch die polemiflrenden Christen, wie aus den Kirchenvätern ersichtlich ist, gerade aus diesen vorzüglich ihre apologetischen Stellen an! — So ingeniös übrigens die Meinung des Herrn Grätz ist, daß, da die Kirchenväter in dem Iv dQxy einen christologischen Beweis (die Deutung auf den Logos) erblickten, die Juden deßhalb rroais am trrbx setzten, so ist dieses doch nicht überführend gegen unsere Annahme (Vorstud. S. 32), daß diese Aenderung in dem dem Ptolemäus übergebenen hebräischen Coder vorgenomwen worden sei, da auf die vlri gedeutet werden konnte. —Daß man sich ferner veranlaßt sehen mochte Jtt-ik nsn rra»» auch einem Ptolemäus gegenüber zu geben, damit nicht auf die Juden, die sich als Monotheisten allgemein ankündigten, der Vorwurf des Polytheismus falle, bedarf kaum einer weitern Erörterung. — Wir wissen übrigens auch nicht, ob die Juden die Ansicht, daß die Heiden dem polytheistischen Cultus eher als dem Atheismus anhangen mögen, wohl für wichtig genug gehalten haben, um ihr widersprechend den Coder zu ändern. Auch ist uns Herr Grätz den Beweis schuldig geblieben, ob selbst unter den Kirchenvätern diese Ansicht so verbreitet war, und wenn Clemens von Alexandrien sie vorträgt, so kann doch noch immer nicht behauptet werden, daß sie allgemein gangbar und selbst den paläst. Juden so bekannt war, daß deßhalb geändert werden mußte. Und liegt nicht auch hier, wenn der Tert dem Ptolemäus übergeben wurde, ebenfalls der Grund zu der Veränderung (eigentlich dem , Zusatze) ganz einfach vor? DieJüden behaupteten, daß es nur Einen Gott gebe und keinen außer ihm- und „Götter" ein Unding sei. Die Stelle Deuteron. 4,19. schien diesem zu widersprechen, und so wurde der Zusatz -varö beliebt. Die Conjectur des Herrn Grätz über lais rtspai ist hat uns sehr angenehm überrascht; wir glauben sie aber doch nicht begründet, da der Talmud weder Varianten sammeln wollte —- sonst hätte er deren, wie der mit der Septuaginta Vertraute weiß, Legionen gefunden—, noch scheint der Autor der Beraita von einer Absicht geleitet worden zu sein, sondern waren diese Varianten allgemein bekannt und verbreitet. Wir würden übrigens auch hier nichkmit Herrn Grätz die Veranlassung so weit hersuchen, sondern finden sie ganz einfach darin, daß die Uebersetzer (oder die Uebergeber des hebr. Pentat., Vorstud. S. 32) den scheinbaren Widerspruch zwischen diesem V. und