Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 439 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Wissenschaft des Jndenthums. 439 S. 207) vorlagert, ursprünglich ihre Dissonanzen von dem rnasoret. Terte, theils begnügt sich Hieronymus nachzuweisen, daß der hebr. Tert anders habe als die Septuaginta, ohne übrigens auf den hebr. Tert und daß er mit der christlichen Apologie im Gegensätze zu der Behauptung der Juden übereinstimme, näher einzugehen. So die erste Stelle: ex Aegypto vocavi filitim meurn (Hosea 11, 1. 'wtsrp trnaKffltfi), die Septuaginta hat: neu l^Alyvnxov ftmjcctXsGa xa xixva avzov, las also —• Ferner die dritte Stelle: vickebunt in quem compunxerunt (Zachar. 12, 10. -irva na die Septuaginta awcßkiipovTca ngög pe, av& cov 7taxcagxvaciVi;o> Der Ueberfetzer las lipn (vergl. Vorstud. S. 208): Hieronymus fand hier den hebräischen Tert mit dem compunxerunt übereinstimmend. Hingegen faßte Hieronymus selbst die zweite Stelle: quoniam Nazareus vocabitur (Matth. 2, H3.), die sich auf Jerem. 31, 6. GYvttn *ianp beziehen soll, falsch auf, oder war ihm um den eigentlichen Sinn weniger zu thun und wollte er bloß Nachweisen, daß die Septuaginta, die vjfiEQcc nkritimg ct7toXoyovn§vG)v hat, nicht im Rechte sei, da im hebr. Terte sich jedenfalls etwas von Nazareu8 findet (wobei aber Hieronymus weder auf die Septuaginta noch auf den hebr. Tert genügend einging). — Es wäre zu weitläufig, hier alle von Hieronymus angeführten Stellen zu erörtern; eine genaue Vergleichung zeigt, daß sie in eine dieser beiden bezeichneten Kategorien gehören und daß die Juden nirgends etwas geändert oder verfälscht haben. Und wie ist auch dieses anzunehmen! Hätten die Juden die Septuaginta verändert, so hätte eine solche Veränderung nur durch einen Synagogal- oder Synodalbeschluß geschehen müssen; denn was hätte sie genützt, wenn nicht eine allgemeine Uebereinstimmung vorausgegangen wäre, da man doch aus den bei den Juden selbst sich befindenden griech.Codd. hätte den Betrug entdecken können! Findet man aber auch nur eine Spur eines solchen Beschlusses? Weisen nicht vielmehr die Stellen, die von den Kirchenvätern als von den Juden verfälscht angegeben werden, daraufhin, daß die Juden, weil sie den hebräischen Tert kannten, diese Stellen als die echten und die von den Kirchenvätern angeführten als die corrumpirten ansehen mußten? Die Juden hatten ihren eigentlichen Stützpunkt im hebräischen (und nicht in einem von ihnen zu polemischen Zwecken veränderten griechischen) Terte, und so war ihre Uebereinstimmung in dem Zurückweisen jenE christologischen Stellen ganz natürlich; die Kirchenvater hingegen, die keine Ahnung hatten, daß die Septuaginta ungenau und an vielen Stellen interpolirt sei (vergl. Vorstud. S. 254 ff.), bedienten sich ihrer als Beweismittel und vermeinten fest, das Recht auf ihrer Seite zu haben. Wir vermögen daher in keiner Weise Herrn Grätz beizustimmen, daß die, Megilla 9 a erwähnten Veränderungen aus Veranlassung der Polemik mit Christen hervorgegangen sei. Die Codices der Septuaginta waren um diese