Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 438 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Zur Wissenschaft des JudenthumS. Nachbemerkung des Herausgebers. Wir freuen uns der geistreichen Kombinationen des Herrn Verfassers, sowie der höchst interessanten Vergleichungen der bei den Kirchenvätern angeführten Midraschim mit den Stellen unseres Midrasch. Wir fühlen uns aber nichtsdestoweniger veranlaßt, auf Manches aufmerksam zu machen, was nach unserm Dafürhalten theils ganz Anderes besagt, als es der obige Aufsatz will, theils zu wenig für die aufgestellten Sätze beweiset. Vor allem die Frage: von wem'gingen die corrumpirten Stellen in Bezug aus Christologie aus? Oder umgekehrt: die Stellen, die in der Septuaginta fehlten, in den Evangelien, der Herapla u. s. w. sich fanden, oder die dort anders wie hier lauteten, waren sie von Juden aus der Septuaginta herausgeworfen oder umgeschrieben , oder waren sie von christlichen Apologeten hinzugefügt oder geändert worden, hatten die Juden die Septuaginta öder Jene die Citate verfälscht? Nehmen wir den Kirchenvater, der zumeist mit Juden polemisirte und sich über Corruptionen beklagt, Justinus Märtyr, zur Hand, und hören, welche Stellen die Juden gestrichen haben sollen. Er führt (Dialog. 169.) an, daß Ps. 92, 10: si'nars iv rotg ed-veatv* 6 xvqioq ißctöHevös (saget unter den Völkern, der Herr regierte), noch gestanden haben soll: and tov l-vlov (vom Holz), und dieses haben die Juden gestrichen. Nun diese Anklage wird doch wohl Niemand, der den Urtert kennt, als rechtmäßig ansehen! Andere Stellen, die Justin daselbst als von den Juden vorsätzlich ausgelassen anführt, wie Jeremias: iixvrjad'rj dl x'iqiog x. r. A. (vergl. Vorstudien S. 59), oder gar eine Stelle in Esra, deren Anfang wiederzugeben hier genügt: aal zlnzv "Etidgag r<p AaoJ* tovto to ncc<S%a 6 Sanijg rfficciv xal if xarayvyrj rj(xwv xal iav diavorjd’jjts xal dvaßy vpeav inl trjv xagdlav, ori [iilXo[i€V avuov tanuvovv iv Grjtiufp x. r. A. (und Esra sagte zum Volke, dieses Pascha ist unser Retter und unsere Zuflucht, wenn ihr nun begreifet und es iw euer Herz sich senkt, daß wir ihn als Zeichen werden leiden lassen), wird ebenfalls Jedermann als Zusätze von christlichen Apologeten zugestehen. Die Gelegenheit hierzu fand sich um so leichter, als die Septuaginta, wie wir ebenfalls a. a. O. S. 60 bemerkten, nicht kanonisch war; sie galt nur als ein Targum, und da konnte leicht eine Marginalnote in den Tert kommen, und wurde sie leicht von den Kirchenvätern, die, wie bekannt, nicht den hebräischen.Tert verstanden und vergleichen konnten, benutzt, ohne daß man auch diese der Vorsätzlichkeit zu beschuldigen braucht. — Die von Herrn Dr. Grätz angeführten Stellen aus Hieronymus (oben S. 431) beweisen gerade das Gegentheil von dem, was er vermeint. Hier haben nicht die Juden etwas verfälscht, was auch Hieronymus gar nicht behauptet) sondern hatte theils die Septuaginta selbst schon durch ungenaue hebräische Codd., die den Uebersetzern der nichtpentat. Bücher (Vorstud.