Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 437 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur Wissenschaft des Judenthums. 437 R. Jeremia, bestätigt: wnrt« ym&in’ tm p» nnpn tmxx .tens nipiv-ibt Sowohl der Inhalt als die gebrauchten^griechischen Wörter dieser Sentenzen erinnern zu deutlich an die philonische Lehre vom doppelgeschlechtlichen Jdealmenschen, wenn man von der spätem materiellen Auffassung (p^ns 18) absiehet. Die Parallele wird noch schlagender, wenn man hierzu die-philonische Beweisführung aus Genesis vergleicht *)." Sehr passend sprach (Moses) vom Menschengeschlechte, daß er die Geschlechter schied 7 er spricht: „Mann und Weib schuf (Gott) ihn (den Menschen)." — Auffallend ist es, daß Philo in dieser Stelle die Leseart avTov (ihn) hat, wahrend die Ausgaben der Septuaginta durchweg mit dem hebräischen Terte übereinstimmend avzov'g (sie) haben. Ob nun diese Variante schon zu Philo's Zeiten, was unwahrscheinlich ist, in der Septuaginta sich vorgefunden, oder ob sie seiner Idee zu Liebe von spätem Abschreibern eingesiickt worden,' so viel ist gewiß, daß diese Variante in der griechischen Version zu einer Zeit eristirt hat, und die talmudischen Variantensammler konnten sie ohne Weiteres mit aufnehmen. — Die philonische Stelle gibt auch noch den richtigen Maßstab an die Hand, daß die Leseart des babylonischen Talmuds siapm i"öy> welche auch die Massechet Sopherim hat, den Vorzug verdient vor den in palästinischen Nachrichten »nV'aa und roft «ma angeführten schwerverständlichen Variante •rca'ipp -dt, welcher letztern aber Herr vr. Frankel den Vorzug einzuräumen" scheint. Und somit wäre eine Spur aufgefunden, daß eine Wechselwirkung und ein gegenseitiger Einfluß des palästinensischjüdischen und alerandrinisch-jüdischen Geistes stattgefunden, von denen der erste sich vorzüglich in der Form der agadischen Eregese, der letztere in der Form apokrhphischer Komposition ausgesprochen und verleiblicht hat. — Zählt man zu den hier gerechtfertigten 6 Varianten noch die 5, welche sich noch jetzt in unfern Ausgaben der Septuaginta vorfinden, so dürste bereits die talmudische Relation.gegen alle schmähsüchtigen Angriffe gesichert sein, und es bliebe nur noch der Nachweis übrig, welcher Zeit und welchen Veranlassungen sie ihre Entstehung zu verdanken haben. Denn daß .nicht alle einer Zeit und aus einem und demselben Motiv angehören, wäre wohl überflüssig zu beweisen. So gehört unstreitig die Variante d^-i fcWSttJ öaavnoSa für Xctyoig einer sehr frühen Zeit an, und ziehet die lagidischen Fürsten unabweisbar in den Kreis hinein, worauf schon im „Oriente" in einem gedkegenen Aufsatze, „der Hellenismus", mit Recht aufmerksam gemacht wurde. Dr. H. Grätz. *) TIuvv §L HccXcog zo yivog dv&Qcartcov sfattav ölexqivs zcc si'87] cpT]üag ncä &i}Xv inotriöE ccvzov, Philo de opificio mundi c. 4. u. a. a. O.