Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 436 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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436 Zur Wissenschaft des Judenthums. Wenn wir jetzt ein Resüm.e des Abgehaudelten ausziehen wollten, ft, würden sich folgende Resultate ergeben: 1) Hietonhmus bezeugt, daß zu seiner Zeit in der Septuaginta viele christologische Verse gefehlt haben, die nur von Juden ausgelassen worden sein können. 2) Mehrere pentateuchische Verse, von welchen die talmudischen Quellen Varianten in der Septuaginta angeben, sind christologischer Natur, mindestens von den Kirchenvätern dafür genommen worden, die nun gleicherweise von den Juden verändert und der Zweideutigkeit entrissen worden sein können; daraus ergibt sich 3) daß die Septuaginta bei Juden auch außerhalb Egypten im Gebrauche war, und -endlich 4) daß diese Varianten in den griechischen Codices der Septuaginta enthalten waren und nicht in einem conjecturirten hebräischen Co der:, der etwa einem Ptolomäus überschickt worden sein soll. Wiewohl diese kleine Abhandlung hiermit ihre Endschaft erreicht hat, so halte ich es nicht für überflüssig, gelegentlich über noch eine Variante zu sprechen, welche zwar mit der eben erwähntem keine Verwandtschaft hat, die aber dazu dienen soll, das Resultat zu erhärten, daß die Variantenangaben des Talmuds nicht fabulöser Natur sind, sondern auf festen Thatsachen beruhen. 3<% halte nämlich dafür, daß die Variante: ixis N2pÄ ist aus der philonisch-philosophischen Doctrin stammt. Philo, dessen philosophisches Verfahren bekanntlich darin besteht, das platonische Philosophem mit einem Beisatz von'orientalischer Theosophie mit-dem Judenthume zu versöhnen, wo nicht gar für identisch auszugeben, bestrebte sich vermittelst allegorischer Operationen, auch die platonische Jdeenlehre in der judenthümlichen Kosmogonie nachzuweisen und aus den Worten der Genesis 1, 27. herauszulesen: Der erste Mensch sei als Adealmensch avd'QcÖTtog vorjrog geschlechtslos oder richtiger doppelgeschlechtlich geschaffen worden, ft daß die geschlechtliche Doppelnatur in die höhere begriffliche Einheit des Menschen aufging. Diese metaphysische Ansicht ist, wie es scheint, auch zu den palästinensischen Juden gelangt und.hat sich als agadisches Element im Talmud krhstallisirt. In Erubin 18. stellt R. Jeremia b. Eleasar das Paradoron auf: tnai *6 wb v,i2is r>i oder wie es m Midrasch Rabba (Genesis 8) und noch an andern Stellen im Namen einer andern Autorität, R. Samuel b. Nachman, heißt: Ti toix-mx nspn xis^rtnös •p&isia, welches nichts anderes sagen will, als daß im ersten Menschen die beiden sexuellen Naturen noch nicht differencirt waren. Diese ungezwungene Deutung wird durch die deutlichere Sentenz desselben Autors,