Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 435 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Wissenschaft des ZudenthumS. 435 welcher mit besonderer Gewandtheit die Polemik gegen christologische Eregese bekanntlich geführt, zugeschrieben wird). Auf diese Weise mag nun ein Inhaber der Septuaginta den anstößigen Plural in einen Singular verwandelt haben und daraus floß jene Angabe in den Talmuden tfcts tna NWrr Noch eine dritte Variante, nämlich der Zusatz zu Deuteronom. 4,19., läßt sich ebenfalls aus denselben Motiven, der vagen, christlichen, dem Judenthume nachtheiligen Interpretation jeden Vorschub abzuschneiden, herleiten, so sehr diese Stelle auch entfernt von christlichen Dogmen zu sein scheint. Clemens Alerandrinus nämlich, welcher nicht die Ansicht Pierre Bahle's theilt, daß polytheistischer Aberglaube für die socialen Interessen schädlicher auslaufe als Atheismus, stützt seine Behauptung auf den citirten Bibelvers, daß für die Heiden der polytheistische Cultus noch immer besser sei als atheistischer Unglaube, daß die Heiden vielmehr Strafe zu erwarten hätten, wenn sie ihren Cultus vernachlässigen. „Gott*) gab Sonne, Mond und Gestirne zur Verehrung, welche Gott für die Völker geschaffen, wie das Gesetz sagt, damit sie nicht, ganz gottlos geworden, vollkommen dem Verderben verfallen." Der Kommentator Porter bemerkt sehr richtig hierzu: „respicit Clemens veuteronowü IV. 19. Kal dvaßli7trjg sig xov ovqavov x. r. A. Putavit enim Clemens Detim gentibus concessisse, ut coelestia corpora religioso cultu prosequerentur, quod praestet pro diis habere ea, quae veri Dei non 8unt, quam absque redigionis sensu vitam agere. Hoc scilicet sensu illud „ansvstiis xolg ’i&veGiv“ in loco Deuteronomii jam allato accipiendum esse arbitrabatur.“ Für die im Heidenthume erzogenen christlichen Philosophen mochte eine solche subtile Distinction plausibel genug sein, und jener Vers hatte insofern für sie wenig Anstößiges! Die Juden aber, welche durch einen langen Geschichtsgang jede Art von Polytheismus zu perhorresciren gewöhnt waren, konnten eine solche lare Deutung jenes Verses unmöglich befriedigen. Diesem Umstande, daß die Christen aus diesem Verse so zu sagen eine Concession zum götzendienerischen Cultus eruirten, mag jene Variante von jüdischer Hand in den Codices ihre Entstehung zu verdanken haben, welche die talmudische Tradition aufbewahrt hat 'n *im *dtüi Von derselben Art scheint auch die letzte Variante zu sein "nsM w *6 brm noch deutlicher im hierosolymitanischen Talmud troasfc rä -im. *)'fE8axs 8s o Qsog xov tfUov xal rrjv GsXTjvrjv Kal tu uctqu sfg &Q7]ßKsiuv, ä STtoLrjGE 6 Qsog totg sQ'vsötv, qtTjalv 6 vofiog, tva firj TsXsoog ccd'soi ysvofisvoi rsXstog xal Siatp&ccqgjöiv.