Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- Seite 432 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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432 Zur Wissenschaft des JudenthumS. ginta im Vorübergehen berühren will, fahrt er fort: Causas erroris non est meum exponere. Judaei prudenti factum dicunt consilio, ne Ptoleraaeus unius dei cultor etiaoi apud Hebraeos duplicem divinitatem deprehenderet, quod maxime idcireo faciebant, quia in Platonis dogma cadere videbatur. Denique ubicunque sacratum aliquid scriptura testatur de patre et filio et spiritu sancto, aut aliter interpretati sunt* aut omnino tacuerunt, ut et regi satisfacerent et arcanum fidei non vulgarent. Betrachten wir diesen Passus genauer^ so, sagt'er über einige Veränderungen in der Septuginta fast dasselbe mit andren Worten, was wir schon aus den talmubischen Geschichfsdocumenten kennen: daß nämlich die siebzig Weisen, von weiser Vorsicht geleitet, alle zweideutigen dualistischen oder polytheistischen Ausdrücke vermieden haben. Ziehet man nun hiervon die .Voraussetzung ab, welche sich an die aristeische Darstellung lehnt, und von der Kritik mit Recht als unhistorisch gehalten wird, so leuchtet die Thatsache durch, daß die Verfasser oder richtiger Ueberarbeiter der Septuaginta aus dogmatischen Gründen sich veranlaßt gesehen haben, manche Stelle in der Septuaginta zu verändern ode.r gar auszulassen. Da nun heidnische Denker oder Schriftsteller vor der christlichen Aera bekanntlich durchaus wenig Notiz von den jüdischen Dogmen genommen haben, daß die Juden sich hierdurch etwa genöthigt gesehen haben sollten, möglichen Mißverständnissen vorzubeugen: so müssen nothwendigerweise jene vorausgesetzten Veränderungen Iur in Folge der neu aufgetauchten christlichen Dogmen entstanden sein. —- Und in der That läßt sich historisch Nachweisen, daß die christlichen Schriftsteller der ersten beiden Jahrhunderte gerade von denjenigen Versen, deren Divergenz in der Septuaginta die Talmudquellen angeben, ein^n christologischen Gebrauch gemacht haben. Ausgehend von der Johanneischen Logoslehre, wonach die aQ%q (der Anfang) und der Xoyog (das Wort) Identität haben, sucht Theophilos, ein Kirchenschriststeller des zweiten Jahrhunderts, aus dem ersten Vers der Genesis zu argumentiren, daß die, Welt durch den Logos oder durch Christus geschaffen wordene „Moses*) spricht, im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde; zuerst nannte er also den Anfang, denn in seinem Logos hat Gott Himmel und Erde geschaffen, denn der Geist Gottes und der Anfang und dieEeisheit sind eins und dasselbe."—Der Scholiast bemerkt sehr richtig hierzu: „Theophilus ut multi alii illud „in principio“, idem esse putat ac; in verbo.“ Bemerkenswerth sind in diesem Citate besonders die Worte *) Mcocrjg dh —- qjrjöiv, iv <XQZfl inoirjesv 6 ®£oq tov ovqccvov ytcä T7jV yrjv tvqqütov aQZ*}v covoficcöe yiul otL iv tö loyao avrov 6 ®sbs TtsnoirjHS T.ovQ.ncclT.y. tovvo ovv ov 7tv8VfiK ®sov A«i. ooy)ice. Theophilus ad Autolycum II. 10.