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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-11-01 · 11 (November 1845) · p. Seite 427

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
11 (November 1845)
Date
1845-11-01
Page
Seite 427 (sequence 21)
Language
German
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TageSbegehenheLten. 427 In unserer Zeit, wo sich der seit lange vernachlässigte Religionsunterricht der jüdischen Jugend Ln den schrecklichen Folgen der Unwissenheit und der in ihrem Gefolge sich spreizenden After-Aufklärung rächt, wo wir in der stolzen Gemeinde der Hauptstadt Preußens, die ormnöi mbp war, von Hunderten das demüthigende Geständniß vernehmen müssen, daß ihnen die Sprache der heiligen Dokumente ihres angestammten Glaubens eine terra incognita ist; in einer solchen Zeit müssen wir mit Freuden ein herrlich auf- ' blühendes Institut begrüßen, das, eine allgemein wissenschaftliche Ausbildung für höhere Gewerbe mit gründlichem umfassenden jüdischen Religionsunterricht vereinigend, die Jugend zu tüchtigen Bürgern und charakterfesten, glaubenstreuen Juden heranzubilden sich zum Ziele setzt. Wir meinen die von Herrn A. Horwitz begründete und geleitete höhere Bürgerschule, in welcher der Religionsunterricht unter Leitung, des Rabbinatsaffeffors Herrn vr. Sachs steht, der nebst dem Direktorium sich um diese Schule sehr verdient macht. Da der Vorsteher der Anstalt, Herr Horwitz, nicht nur gründlich wissenschaftlich und pädagogisch gebildet, sondern auch ein Mann von Energie und ehrenfestem Charakter, seinem Berufe mit Liebe und aufopfernder Treue ergeben ist, so hegen wir die frohe Hoffnung, daß in dieser Anstalt, wenn sie erst recht gewürdigt und ihr Wirkungskreis möglichst erweitert wird, eine hoffnungsvolle, junge Generation erblühen werde. Der Anklang, den sie seit ihrem kurzen Bestände sich in Berlin schon erworben hat, gibt ein schönes Zeugniß sowohl für sie, wie für die Berliner Gemeinde, daß sie das wahrhaft Werthvolle und Heilsame zu schätzen weiß und läßt uns hoffen, daß dieses Institut immer ausgebreiteter und segensreicher für eine schöne Zukunft wirken werde. 35. Wenn man die vielen speciell-jüdischen Artikel in der D. A. Z. liest, so weiß man in der Thut nicht, ob man mehr die tactlose Ostentation der jüdischen Correspondenten, die jede religiöse Differenz, jede persönliche Streitigkeit sogleich vor das Forum der Oeffentlichkeit zu ziehen sich beeilt und keine irgend bedeutende jüdische Persönlichkeit verschont, tadeln oder mehr die Geduld des Publikums bewundern soll, die durch dergleichen zumeist sogar unbegründetes Geschwätz nicht ermüdet. So findet darin seit einiger Zeit Ane rein persönliche Kontroverse über Rappoport statt, die nicht nur ganz zwecklos diesen trefflichen Mann bei dem uneingeweihten Publicum in ein falsches Licht setzt, sondern auch insofern tadelnswerth ist, als der Angegriffene von den Artikeln nichts erfährt, da die D. A. Z. in Prag nicht gelesen wird, und er also außer Stande ist, sich zu vertheidigen. 3s. 32 *

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