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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-11-01 · 11 (November 1845) · p. Seite 424

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
11 (November 1845)
Date
1845-11-01
Page
Seite 424 (sequence 18)
Language
German
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424 Heber die Glaubenssymbole der mosaischen Religion. selbst vorgezeichnet, heilige Handlungen, mit welchen der Israelit den Glauben an den Einen Gott und das Bewußtsein seiner Bestimmung vor Gott bekennt: 1) der Sabbat und 2) die Beschneidung. Diese beiden Vorschriften heißen in der Schrift nicht allein mx: ovfißolor, sondern erstere auch iwa, letztere m-o und rma mx. Das, Wort rm ist der eigentliche Ausdruck für die Religion Israels, deren Wesen in diesem wiederholt bekräftigten Bedürfnisse zwischen Gott und Israel besteht. Wie hoch die beiden Cercmonien der Sabbatfeier und der Beschneidung stehen, würde, wenn auch sonst sie nirgends in ihrer Wichtigkeit hervorgehoben 'wären, aus diesem einzigen ihnen beigelegten Worte rv'-ü ersichtbar sein. Ein Bund oder Bündniß konnten sie nur darum genannt werden, weil sie dazu dienen, das Bekenntniß zu dem Religionsbunde auszudrücken, weßhalb denn auch außer diesen zwei von uns als Glaubenssymbole bezeichneten Ceremonien sonst keiner einzelnen religiösen Handlung diese Benennung gegeben ist. Weder die Beschneidung noch der Sabbat sind selbst der Bund Jsrael's mit Gott; denn dieser —den Vätern schon verheißen und an ihnen auch bestätigt — ward am Sinai geschlossen und besteht nicht in einer einzigen religiösen Handlung, sondern in dem ganzen Wechselverhältnisse zwischen Gottes Verheißung und Jsrael's Berufung, daß Israel dem Ewigen sich heilige und Gott unter und an Israel sich bezeige, daß Israel Gottes Gemeinde und Gott der Heilige Israels sein werde. Als Zeichen, Sinnbilder dieses Bundes gelten Sabbat und Beschneidung, da die zwei Grundbedingungen zum treuen Erfüllen dieses Bundes 1) der,Glaube an Gott erata woVa i>is rifeap und 2) der Gehorsam gegen Gott tvora iis r&äp durch jene beiden Symbole anerkannt und bezeugt werden: der Glaube durch den Sabbat, der Gehorsam durch die Beschneidung, so daß Sabbat und Beschneidung als Bekenntnisse des Bundes selbst Bund heißen *). *) Ein Bundeszeichen wird auch der Regenbogen genannt; allein so wesentlich verschieden der Bund ist, als dessen Zeichen er gilt, von dem Bunde am Sinai, so unterscheidet sich der Regenbogen von den genannten zwei Bundeszeichen. Der Regenbogen ist ein Sinnbild der-göttlichen Liebe, wie der Bund, an den er erinnert, die Zusicherung Gottes enthalt, die Erde und ihre Bewohner, selbst wenn der Mensch sündigt, zu erhalten, kurz eine Zusicherung der Liebe Gottes ist. Wie dieser Bund von dem Menschen gar nichts fordert, höchstens, daß er selbst nicht durch Mord das Leben eines Menschen zerstöre, so ist auch das Zeichen nur von Seiten Gottes aufgestellt, und der Mensch ist passiv bei dem Bunde und dessen Sinnbilde. Uebrigens mag dieser erste Bund zum Belege dienen, wie nach Israels Lehre Gott ein Gott der Liebe für alle Menschen ist. (Schluß folgt.)

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