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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-11-01 · 11 (November 1845) · p. Seite 419

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
11 (November 1845)
Date
1845-11-01
Page
Seite 419 (sequence 13)
Language
German
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lieber die Glaubenssymbole der mosaische» Religion. 419 S. 31 —• was bloß menschlich ist, was der Mensch aus eigener Krastanstrengung und innerer Entwickelung hätte finden können, das braucht ja nicht geoffenbart zu werden." Ernster müssen wir dem Einwande gegen das Bestehen geoffenbarter Lehren im Judenthume entgegentreten, welchen Mendelssohn (Jerusalem, Abschn. II. S. 48) und Hirsck (I. I. S. 32) Vorbringen, daß die Lehren des Judenthums allgemein menschliche wären. Denn einerseits sahen wir, daß das Heidenthum gerade diesen Lehren entgegenstehende Ansprüche aufstellte, sehe» heute noch, daß das Christenthum ihnen nicht durchaus beistimmt; andererseits ist ja das eben die Verheißung im Judenthume, daß einst alle Menschen sich zu seinen Lehren bekennen werden. Treten wir zu den Beweisen aus der Schrift, so glaubt Mendelssohn die Belege für seine Meinung in ihr dadurch gefunden zuh^ben daß in der Schrift nirgends ein Befehl zu glauben gegeben sei, je nicht einmal das Wort Glauben sich dort in diesem Sinne finde, sondern immer bei den allgemeinen Wahrheiten von Erkennen und Wissen die Rede sei. Denselben Weg der Beweisführung wählend, erinnert Hirsch, daß nicht einmal das Wort Offenbarung in dem Hebräischen vorkomme. Wir können nicht verläugnen, daß diese Beweisführungsart als eine recht schwache und verfehlte erscheint. Da könnte am Ende ein Judenfeind auftreten mit der Behauptung, das Judenthnm wisse nichts von Sittlichkeit und Tugend, und habe keine Sittenlehre, denn nicht einmal die Ausdrücke dieser Begriffe finden sich in den h. Schriften der Juden, und „sie würden in Verlegenheit kommen, wollten wir ihnen die einfache und doch so natürliche Zumuthung stellen, die Wörter Tugend, Sittlichkeit und Sittenlehre in's Hebräische zu übersetzen." Und doch wissen wir Alle, daß diese Wörter ihrer Wurzelbedeutung nach lange nicht gleichkommen den Ausdrükken, welche die h. Schrift in reicher Auswahl für die Begriffe dieser Wörter bietet. Man hüte sich daher, aus dem Wortschalle auf den Inhalt des Begriffes einen Schluß zu ziehen, zumal aus zweierlei Sprachen. Das Wort Religion selbst, hielte man sich an die Wurzclbedeutung — denn die Ableitung des Lactanz, welcher Fichte und Andere beistimmten, ist linguistisch falsch — gäbe gar nicht den Begriff, welchen die Wissenschaft hineingelegt. Angenommen also, die Worte Glauben und Offenbarung fänden sich nicht in der hebräischen Sprache, so wäre immer noch der Schluß aus dem Mangel des Ausdruckes auf den des Begriffes ein gewagter. Allein wir müssen auch dieser Annahme widersprechen. — Was zuvörderst das Wort Glauben betrifft, so hat gerade.y,atn den Sinn, welchen die Theologie mit dem Worte Glauben verbindet. Denn das Vertrauen, die m’aug,

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