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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-11-01 · 11 (November 1845) · p. Seite 411

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
11 (November 1845)
Date
1845-11-01
Page
Seite 411 (sequence 5)
Language
German
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n.’tfv die Glaubenssymbole der mosaischen Religion. 411 Symbol hieß *); allein in das Reich der Religion drang ihre zerstörende Hand nicht, es erhielt sich hier vielmehr die wahre Anffassung des Symbols in der natürlichen Harmonie zwischen Idee und Form. Besonders auf dem Boden der Offenbarung behauptete das ursprüngliche Princip, aus welchem die Symbolik hervorgegangen, fortan sein Recht, so daß der Mißbrauch nicht aufkam, welcher in der Gesellschaft waltend den wesentlichen Begriff deS Symbols verrückte. Gibt eS denn — das ist die Frage, welche wir zu beantworten haben — auch in der That Symbole in dem Mosaismusj und welches sind die Handlungen, die in Israels göttlicher Religionslehre mit diesem Namen belegt werden können? Das ganze Ceremonialgesetz, welches mit Recht von Mendelssohn „eine lebendige, Geist und Herz erweckende Art von Schrift" genannt wurde, hat symbolische Bedeutung. Es verräth eine höchst irrige Auffassung der menschlichen Natur und des Ceremonialgesetzes, in diesem — wie das schon geschehen und noch geschieht — etwas Nationales oder auch Politisches zu suchen und zu sehen. Welches Moment wäre es denn eigentlich, das in der Ceremonte als national hervorträte oder sie zur politischen machte? Jede Confession hat in ihrer äußeren Gottesverehrung — gleichviel ob mehr oder weniger — Symbole oder Ceremonien, deren Verschiedenheit auf den religiösen Principien, auf den Glaubensgrundsätzen ruht, jedoch mit irgend einer Nationalität und Politik in keinem Zusammenhänge steht. Das Jsraelitenthum hat daher die seinem Wesen entsprechenden Ceremonien, wie das Christenthum wieder die seinigen hat. So wenig bei den Symbolen des letzteren an Politik und Nationalität gedacht, eben so wenig ist man befugt, solche den mosaischen Ceremonien zu imputiren. Es folgt übrigens aus der gegebenen Begriffsbestimmung von selbst, daß jede Ceremonie als Symbol nothwendig positiver, keinesfalls negativer Natur sein könne, daß die Ceremonie immer in der Ausübung, nie in dem Unterlassen einer Handlung bestehe. Demnach sind alle Ceremonien oder Symbole ihrem Wesen nach Gebote m» rnsa, durchaus nicht Verbote nasn nsa. Manches Verbot, wie das des Arbeitens am Sabbate oder das des Genießens gesäuerter Speise am Pesachfeste, dient mittelbar der Erreichung eines symbolischen Zweckes, sofern als bei der Übertretung des Verbots die Erfüllung des Gebots *) Wie sehr diese Ausdehnung des Begriffes flch sprachlich rechtfertigt; ja wie möglich es sogar ans philologischem Wege wäre, daß die mit unS als spatere Begriffserweiterüng angenommene Signification die ursprüngliche, mindestens eben so alte sein könnte, psychologisch laßt sich nicht denken, daß die Entwickelung des Begriffes „Symbol" einen anderen, als de» bezeichnet-» Gang genommen habe. n*

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