Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- Seite 407 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2744856-2744869-2744880--0844-2745798- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Allgemeine theologische Bibliographie. 407 „damals nur zu unserem Heile und weltlichen Prosperiren statuirt wurden, „in unseren Tagen die entgegengesetzte Wirkung hervorbringen, und für unsere Existenz nur nachtheilig und schädlich sein können. Und handeln wir „vollends nicht im ursprünglichen Geiste des Judenthums, wenn wir die schäd- „lichen Momente, die wie ein Krebsschaden an dem Gesammtorganismus der „Judenheit nagen, aus demselben ausscheiden wollen?" — Solche und ähnliche Schlußfolgen können aus dem Systeme des Verfassers gezogen werden, und hätte derselbe sich gegen solche verwahren sollen. Wir scheiden von diesem quantativ kleinen Werkchen, das wir dem gelehrten Publicum als ein viel Geistreiches und Originelles darbietendes empfehlen, nur müssen wir den Wunsch beim Schlüsse hinzufügen, daß der Verfasser bei künftiger Herausgabe seiner Schriften für eine bessere Correctur sorgen möge, wie auch das Anhäufen von fremden Wörtern möglichst vermeide. Die Schlußermahnungen (S. 67 ff.) sind nach streng orthodoxem Geiste abgefaßt, könnten jedoch, ihrer Einfachheit und Herzlichkeit wegen, einem modernen Prediger auf der Kanzel viel Ehre machen. Fab ins. N o t i; e n. Von Herrn Dt. Kaßel erscheint das sehr selten gewordene historische Werkchen mtttsi soip in neuer mit Anmerkungen ausgestatteten Auflage. Auf dem Felde der Wissenschaft sehen wir diesen Schriftsteller viel lieber, als auf dem der religiösen Polemik. Möchte doch ein Mann von Beruf bald auch das Tn&rt rtaptt 'ö ediren, ehe die Poltack, die Günzburg, Verbluner rc. darüber herfallen! Ad vocem jrfonpft 'ö muß ich noch einmal auf meine im Märzhefte dieses Journals abgedruckte Bemerkung über die vier gefangenen Geonim zurückkommen. Ich habe es vorausgesagt, daß durch Ihre gelehrte Note die Aufmerksamkeit der Leser besonders auf meine Worte gelenkt werden müsse; es ist dieß und noch viel mehr geschehen! Die Conjectur hatte etwas Bestechliches, und selbst Zunz war dafür eingenommen, als ich sie ihm früher mittheilte; nach dem Drucke aber sindet er sie gewagt. Auch Nappoport ist, wie mir ein von dort hier angekommener Gelehrter versichert, Anfangs beifällig überrascht gewesen, schnell aber hat er sich für die Nichtannahme erklärt. Auch Sachs in seinem Werke „die religiöse Poesie der Juden in Spanien" schenkt der Conjectur einige Worte, in denen sie wie ein Theaterstüch behandelt wird, das für fast durchgefallen gelten, aber nicht ausgepfiffen werden soll, und von dem die Franzosen sagen, es habe einen succes d’estime. Sie und die genannten Männer, denen es, wie mir selbst, um die Wahrheit zu thun ist, haben mich, mündlich oder schriftlich, mittelbar öder unmittelbar, unter schonenden Formen belehrt. Dagegen glaubte ein hiesiger Weiser, meine Vermuthung gar strafen zu muffen. Dieser, ein Mann von Urtheil und Geschmack und früher mein wohlwollender Gönners ich führe Letzteres nicht als Beweis der zwei erstgenannten Eigenschaften