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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-10-01 · 10 (Oktober 1845) · p. Seite 403

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
10 (Oktober 1845)
Date
1845-10-01
Page
Seite 403 (sequence 37)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 403 spiegelt, die Morgen- und Abendgebete, Segenssprüche rc., find, mit wenigen Ausnahmen, gar nicht biblisch, die Opfer wurden von den Propheten als etwas sekundäres hintenangesetzt, wie manches andere, was theosophische Elemente involvirt." Auf ähnliche Weise wird das religiöse System widerlegt, und S. 32 ff. zeigt der Verfasser, wie das Judenthum dem religiösen Gefühle am wenigsten seine Aufmerksamkeit zugewendet, dasselbe vielmehr in gewissen Verhältnissen unterdrückt und beschränkt hat. Am trefflichsten bekämpft der Verfasser (S. 34 f.) die Bestrebungen dieser Partei, deren Losungswort: „a ba8 le talmud! vive la bible!“ ist, und das inkonsequente Verfahren und enthüllt die vielen Widersprüche, in die fie gerathen, scharfsinnig, und stellt fie in ihrer ganzen Nacktheit bloß. Im dritten und vierten Capitel entwickelt der Versasser sein eigenes System, und zwar nach eigenem Geständnisse (S. 40) nur in allgemeinen kurzen Umrissen, nicht aber— wie zu wünschen wäre— in ausgedehnter Detaillirung und speciellem Eingehen in alle einzelne Nuancen, verschiedene Epochen und Phasen des Judenthums. Nach diesem Systeme wird die Tendenz von der Hauptidee des Judenthums unterschieden, „indem es erstere mit vielen andern Gesetzgebungen gemein hat, letztere hingegen ihm eigenthümlich angehört"; die Tendenz des Judenthums ist nach ihm die Eudämonie, äderen Realisirung ein von jeher herrschender Kampf in der Menschheit zwischen den verschiedenen menschlichen Kräften wie hauptsächlich zwischen dem Sensualismus und Spiritualismus verhinderte, zu dessen Schlichtung das Judenthum einen eigenen Weg eingeschlagen, nämlich durch Aufrechthalten deS Gesetzes eine gewisse Valancirung unter den heterogenen und widerstreitenden Naturkräften zu Stande zu bringen, und ist es die Aufgabe des Gesetzes, dahin zu wirken, daß keine einzige Kraft, eine physische oder moralische, weder unterdrückt noch abnorm gesteigert, sondern gehörig berücksichtigt und in einen bestimmten Wirkungskreis verwiesen werde, um in die individuelle wie sociale Welt Ruhe und Frieden zu bringen, und die Menschheit der Glückseligkeit zuzuführen. In der Theorie liegt das Charakteristische des Judenthums hierin, daß es der reinen Vernunft die völlige Freiheit gelassen, und streng vermieden, den Glauben an irgend eine ewige Wahrheit zu binden, welcher negativen Eigenschaft nach dem Verfasser das Judenthum den Ruhm zu verdanken hat, als Begründer des Monotheismus allgemein anerkannt zu werden, und dieß auch sein kann, weil durch sie die reine Erkenntniß Gottes nach dem jedesmaligen Zustande der Intelligenz im Volke sich frei ausbilden und geltend machen kann *). *) Für diese Behauptung spricht ferner folgende merkwürdige Stelle im Kusari (c. 1, l), wo er auf die Frage des Chabor: tf&ft 30*

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