Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- Seite 402 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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402 Allgemeine theologische Bibliographie. zu bekennen, in demselben die Verwirklichung der in der Philosophie gewonnenen Resultate erblicken, als: die Erkenntnis des reinen Monotheismus und der philosophischen Moral, welche er dem Judenthume als Haupttendenzen vindicirt. Der Theosophismus hingegen leugnet die Jnfallibilität der Vernunft, setzt daher den Glauben als Basis des Judenthums und die Theosophie als den wahren Geist desselben. Die Tendenz des Judenthums ist nach dem Theosophismus: den Israeliten zu einem immerwährenden Diener Gottes durch strenge Beobachtung heiliger Ceremonien heranzubilden, die alle den einzigen Zweck haben, die absolute Selbstständigkeit und Herrschaft Gottes, wie die Zufälligkeit und Abhängigkeit der ganzen Schöpfung zu bekunden und bildlich darzustellen. Die dritte jetzt allgemein verbreitete Partei ist die der Religiosität, die nur dem inneren religiösen Gefühle vertrauet und als einziges Kriterium ansteht für die Tauglichkeit oder Untauglichkeit der Gesetze und Ceremonien, und daher einerseits die Erweckung und Belebung dieses Gefühls zu erzielen sucht, andererseits wiederum auf Ausscheidung alles dessen dringt, was keine religiöse Momente involvirte oder jetzt keine entsprechende Form für dieselbe mehr bildet. Im zweiten Capitel werden gedachte drei Religionssysteme einer streng wissenschaftlichen Kritik unterworfen, und mit der Widerlegung des Rationalismus anfangend, wird das Unbegründete dessen Angegebenen Tendenzen aus den jüdischen Urkunden nachgewiesen, indem wir erstens weder in der Bibel noch in der Tradition entsprechende Grundzüge des reinen Monotheismus vorsinden, in vielen Stellen sogar Spuren antreffen, die eher zu Mißverständnissen Anlaß geben und zu Anthropomorphismen verleiten können, als für die Quelle des §ein philosophischen Monotheismus zu dienen, wie, es die Philosophie dringend fordert, nämlich die absoluteste Einheit Gottes mit strenger Vermeidung aller menschliche^ Eigenschaften und Schwächen*); ebensowenig diezweite angebliche Tendenz das philosophische Moralprincip, oder der kategorische Imperativ, bei welchem letzteren-der Verfasser sich auf Kant und Hegel beruft. Gegen den Theosophismus beweist der Verfasser (S. 24 f.), wie weit entfernt die Bibel von einer theosophischen Tendenz ist, und in mehreren Stellen im Deuteronomium es selbst ausgesprochen, daß der einzige Zweck ihrer Gesetze nur unser Wohlergehen ist, damit wir glücklich sein sollen auf der Erde, die uns Gott gegeben. Er nennt dieses System ein Kartenhaus, aller solider Materialien ermangelnd, „(S. 27) denn gerade dasjenige, in welchem sich der Theophismus am schönsten ab- *) Beachtenswerth ist folgende Stelle von Jsaae Armue in seinem nun NDP, wo er zu dem bekannten freisinnigen Ausspruche des Abraham ben David (Hilchot Teschube §. III. 7) hinzusetzt: bk rvrft« miim» *4ä»-päö •pai wxw bk ktov nito 'toi •vra» ‘taa yranin ntots bk n-itopn .dbtobrM h^aa.rvwi N2"i mani 'toi rm» rmto bk kbi -tob2