Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- Seite 397 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über die badische Rabbinerversammlung rc. 3&7 . g) Es sollen beim öffentlichen Gottesdienste für Jedermann Gebetbücher mit Uebersetzung, und zwar vorzüglich' solche, welche über jedem Worte die Uebersetzung, oder doch aus einem und demselben Blatte, in gleichlaufenden Columnen, neben dem hebräischen Terte haben, wie die in Prag Md Wien gedruckten (die Wiener mit Mannheimer's Uebersetzung) eingeführt werden. h) Der oft vernommenen Klage wegen Langeweile beim Gottesdienste soll auch, durch Erzielung eines angemessenen sprachrichtigen und der heiligen Sache würdigen Vortrages der Gebete und der Thora, durch den Vorbeter, ferner durch-Belebung thätigerer, aber geregelter Theilnahme an dem Gottesdienste von Seiten der Gemeinde, wie z. B. durch öfteres Recitiren mit dem Vorbeter und geregeltes Mitsingen mit dem Chor, abgeholfen werden. i) Zur Hebung des Gottesdienstes wird es beitragen, wenn die Rabbiner die Leitung desselben theilweise übernehmen, z. B. durch Eröffnung und Beschließung desselben, durch Vortrag der rnaen u.dgl.m. k) Störende Ceremonien, z. B. das allzuoft vorkommende mrs ttjipn im an den w, das Abschlagen der i-n-a durch die ganze Gemeinde (was der Vorbeter allein thun könnnte), das schlagen, das allzuheftige Schütteln mit dem al-il-u. dgl. m. sollen beseitigt werden. Auch sei: s) der Gottesdienst von min nnria, aa zweckmäßiger einzurichten und vor den herkömmlichen Störungen zu bewahren. b) Die Feier von Familienereigniffen beim Gottesdienste, wie Beschneidung, erster Ausgang der Wöchnerinnen was na, Dank für Rettung aus Gefahren,' Hereinholen der Leidtragenden am ersten Sabbat ihrer Trauer u. dgl. m. sei weihevoller und in der Weise zu gestalten, daß ihre Bedeutung für die Religionsgemeinden einsichtlicher werde. Nach diesen leitenden Grundsätzen wird nun die Commission einen ausführlichen Entwurf über Cultusverbesserung ausarbeiten, um ihn der nächsten badischen Rabbinerversammlung zur Schlußberathung vorzulegen. Anden Herrn Oberrath Epstein wurde das Gesuch gestellt, die Commission bei dieser Arbeit sowohl durch seine reichhaltige Materialiensammlung, als auch durch seine bekannte Kenntniß und Einsicht im Gebiete der synagogalen Literatur unterstützen zu wollen, was derselbe auch zusagte. c) Kein israelitisches Religionsgesetz übt einen so gewaltigen Einfluß auf das ganze innere und äußere Leben des Israeliten aus, als das der Trauergebräuche. Die bürgerlichen Verhältnisse der Gegenwart widerstreiten aber in mancher Beziehung jenen Anordnungen, und fordern gebieterisch eine Abhülfe. Sieben Tage lang ein offenes Kauf-