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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-10-01 · 10 (Oktober 1845) · p. Seite 380

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
10 (Oktober 1845)
Date
1845-10-01
Page
Seite 380 (sequence 14)
Language
German
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380 Ueber manche durch den Fortschritt der Medici» im Judenthum rc. wenn Zeichen der Verwesung eintreten, beerdigt werde*). Unsere Väter haben es nicht besser gewußt; doch wir, die wir belehrt wurden, wir wollen auf die Erfahrungen und Belehrungen hören und uns vor der schrecklichsten Besorgniß Beruhigung verschaffen. F. Zur Sagen- und Legendenkunde, von M. Steinschneider. I. Allgemeines. Ueberblick. 1) Ideelle Entwickelung: Orient und Occident, das Judenthum eigenthümlich zwischen beiden stehend. Das Vorwalten der jüdischen Subjektivität schafft aus der Geschichte die Sage. — Anknüpfungspunkt: Die Bibelforschung als Bibelerweiteruug, als Organ der Geistesfreiheit, wie ehemals das Prophetenwort. —- Classification: Die Bezeichnungen: Sage, Legende, Geschichte, Schrift, Gesetz, Überlieferung, Derusch, Midrasch, Halacha, Haggada. — Legendenstoff: Biblische Legende. Neuer Erzählungsstoff, weniger selbstständig erdichtet, als eigenem oder fremdem National- und Jndividual- Leben entnommen durch verschiedenartige Veranlassung, zum Theil an Halacha angeknüpft. — 2) Literargeschichtliche Entwickelung. 1. Periode. Schriftliche Sammlungen der Haggada, im Verhaltniß zur Halacha mehr und vorzüglich nach Anordnung der Bibel (Midrasch, im engern Sinne „Auslegungshaggada"); biblische Sage und Legende als Bestandtheil dieses Midrasch, als selbstständige Literatur („geschichtliche Haggada"), als Stoff der Gebete, spater in poetischer Kunstform (Pijutim, eigentlich der 2. Periode angehörend).— 2. Periode. S elbststandige eigentliche Werke: Die Emancipatiyn der -Wissenschaft durch arabischen Einfluß. Die lebendige Fortbildung stnkt zur Sammelthatigkeit herab.' Hebräische Bearbeitung arabischer Stoffe. — 3. Periode. Jüdisch-deutsche Bearbeitungen romanisch-germanischer Stoffe. — Specielle Sagengeschichte, ein wissenschaftlichesBedürfniß. — Form und Styl. -7- „Die Morgenstunde hat Gold im Munde", dieß Sprichwort hat der praktische Verstand ausgeprägt. Das Gemüth kennt vom Morgengold mehr Eindruck als Ausdruck; erblickt im Sonnenaufgang nicht das Signal für die Tagesgeschäfte, sondern ein Freuden- und ein Festfeuer, eine Opferflamme, die vom Paukenschall stärkerer Pulsschläge, von der Reihe der Andacht und des Gebetes, vom Dufte tieferer Empfindung be- *) Hier müßten aber auch die Vorstände der Gemeinden durch Erbauung von Todtenkammern nach Muster der hon Hufeland angegebenen (bei uns bedürfte es auch vielleicht solcher großer Vorsorge nicht, da gewöhnlich bei der Leiche ein Wächter [rran -rata] bestellt ist) Mitwirken; da es dem Armen, der oft nur eine Stube hat, höchst beschwerlich, fallen und zuweilen den Ueberlebenden schädlich sein müßte, die Leiche drei Tage (und vielleicht, wenn auch sehr selten, noch länger) zu beherbergen.

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