Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- Seite 379 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2744856-2744869-2744880--0816-2745770- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ueber manche durch dm Fortschritt der Medicin im Judenthum re. 379 gemein, und wurde in späterer Zeit auch in Palästina der Gebrauch, in Höhlen und Nischen beizusetzen, obschon R. Nqtronai und Hai Gaon ihn noch kennen, verdrängt*): und so verblieb, da man keine andere Erfahrung hatte, und die gewöhnliche Erscheinung sagt, daß der Mensch jeden Augenblick des Einathmens bedürfe, das Nichtathmen als Zeichen. — Aber wir, die wir diese Stelle aus Semachot kennen und sie deutlich erzählt, -daß sich Fälle des Scheintodes ereignen, wir, denen es die neueren Erfahrungen und durch sie bereicherte und fortgeschrittene Medicin wiederholen: warum wollen wir so streng verharren bei dem Gebrauche, dem diese Erfahrungen abgingen, warum uns nicht hier erinnern: tsV© f.ip nVwa rm ibsj tr^pan ba? Können wir es verantworten, wenn nur ein Scheintodter dem sicheren Tode preisgegeben wird, wenn nur Einer unter Millionen erwachend vor sich den schrecklichsten der Tode, das lebendig Begrabensein, erblickt? Was wurde nicht Alles angewendet wegen dessnsn und hier will man sich bestreben, gerade das Gegentheil herauszufinden, hier muß dabei verharrt werden, daß wraan eine wirkliche n- oder gar NWi ril» sei, trotz daß manche Meinung nachweist, es sei nur pa-mo, und man gedenkt nicht ipnb was» pao und daß man hier gewiß das Erleichternde hcraussuchen soll? Man stelle es in Abrede, daß nicht schon manche Uebereilung durch ein zu vorzeitiges Begraben (vorzüglich an rö) vorgekommen sei, man stelle in Abrede, daß in kleineren Gemeinden, wo Sterbefälle selten Vorkommen, die Erfahrung der pn (auf die man sich so gern beruft) nicht groß sein kann, man stelle es in Abrede, daß dieses der Ruhm unserer Lehre, daß sie die Gebote der Menschlichkeit und die Rettung eines Lebens so hoch stellt! Die Pietät, die sich so ängstlich an eine Stelle (Joma) hält, ist eine falsche: unsere Lehrer verlangten und beanspruchten nicht, daß man sie für die erfahrensten Aerzte halte und ihr Wort in dieser Hinsicht unantastbare Geltung habe; diese Pietät mißversteht die andere höhere heiligere Pflicht des «aaa njpa, und heißt es hier: traa ^ana iV^a “wonan l-a! Warum zurückstehen, uns nur fügen, wenn und weil es die Regierung gebietet? Wahrlich! Unterzeichneter spricht aus der innersten Ueberzeugung und er ruft es den nahen und fernen Brüdern zu, daß wir uns vom am tanam wwn frei halten wollen aus eigenem Antriebe, darauf sehen, daß der Verstorbene erst, *) Maimonides 1.!. scheint den Palast. Gebrauch nicht gekannt zu haben, darum laßt er Erde und S.teine auf das Grab werfen. Aber auffallend genug ist, wie er dann doch wieder, an die (Palast.) Mischna sich haltend, will, daß man eine Höhle und in ihr eine Nische grabe. Maimonides nimmt hier den Palast. und babylon. Gebrauch zusammen!