Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- Seite 370 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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370 Meter manche durch den Fortschritt der Medtctn im Judenthum k. leicht ein Anderer an diesem Nebel gestorben sein kann, und es noch immer Zeit zu einer solchen Section sei, ist zu ungereimt, als daß man näher hierauf eingehe. Darum ist auch nicht wenig das fernere Argument befremdend, das obiger Gelehrter weiter anführt: „daß, wollte man auf eintretende Fälle Rücksicht nehmen, man alle möglichen medicinischen Präparationen am Sabbat, selbst wenn noch Niemand erkrankt ist, erlauben müsse, aus Vorsorge, vielleicht werde Jemand erkranken und ihrer brauchen." Welche Zusammenstellung! Erstens wird hier immer noch am Sabbat Zeit zur Bereitung sein (welche Apotheke macht je überhaupt specielle Arzneien voraus zurecht und wartet nicht auf den eintretenden Fall in der Gewißheit, daß dasMedicament noch immer schnell genug werde bereitet werden können?); dort aber geht das Mittel bestimmt verloren und kann, wenn man dessen bedürftig ist, nicht mehr gefunden werden. Ferner ist hier nur ein Zweifel, dort aber Gewißheit: und es sollte solche Rücksicht auf uas mps nur eine abp stoian zu nennen sein, sollte nicht vor ihr das anderswo so häufig zurücktretende Verbot des Vits zurückgedrängt werden? Tragen wir den Begriff der Zeit auf den Begriff der Räumlichkeit über: hier und dort sind es Entfernungen, dort durch die Zeit, hier durch den Ort aus einander gehalten. Wenn eine Frau in Kindesnöthen ist, so ruft man ihr (Mischna Schabbat 128) eine Hebamme von entferntem Orte (tfipab tflpsra, d. i. tinnb ■pn). Es kann sich auch leicht ereignen; daß, ehe die Hebamme anlangt, die Frau schon niedergekommen sei, und doch muß sie nach dem entfernten Orte gehen.. Und bei der Section, wo die Entfernung nur in der Zeit liegt, aber doch Gewißheit angenommen werden kann, soll die Rücksicht aus Vits den tusa mps verdrängen? — Und gebe man auch zu, daß die Entfernung der Zeit die Gewißheit minder evident mache, oder daß, bis ein solcher Fall sich ereigne,,vielleicht andere Mittel aufgefunden sein können (nach der obigen Bemerkung über das Herbeirufen der Hebamme wäre hieraus kein Gewicht zu legen), so ist es eine Verkennung der Wissenschaft, wenn man sie so vereinzelt und in sich zerstückelt und abgerissen denkt, daß ein Experiment nur für sich allein stehe und nicht durch seinen inneren Zusammenhang mit einem Vorhergehenden und Folgenden aus das Ganze Einfluß übe. Es wird der Arzt bei einer Section nicht nur für den vorliegenden Fall belehrt, sondern wird ihm häufig Aufschluß über Entstehung und Verlauf dieser ganzen Krankheitsart, lernt er den Sitz des Nebels und welchen Einfluß es übe, besser kennen: wird er also nicht nur für etwa den in allen diesen Symptomen wiederkehrenden Krankheitsfall an Einsicht bereichert, sondern gelangt er hierdurch zu einer gründlichem Erkenntniß der Krankheit überhaupt, weiß ihre Symptome mit mehr Gewißheit zu erkennen, erlernt