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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-09-01 · 9 (September 1845) · p. Seite 337

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
9 (September 1845)
Date
1845-09-01
Page
Seite 337 (sequence 11)
Language
German
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Religiöser Ernst, die Grundbedingung des Reformirens ,c. 337 Abschaffen ohne nöthigenden Grund'muß immer die Reform als leichtsinnig verdächtigen. Ein gleicher Vorwurf trifft die Abschaffung der vier ausgezeichneten Sabbate, weil sie keine Bedeutung mehr für uns hatten. ' Aber man brachte ja auch zur Zeit der Mischnah kein Pessach-Opfer, war nicht Vs ps-voara und Amalek war auch ihrer Zeit fremd geworden und dennoch hat die Mischnah sie angeordnet. Und der Herr Verfasser will sie abschaffen, ohne auch nur der Mischnah mit einem Worte zu gedenken, ohne ihr gegenüber wenigstens seine Meinung zubegründen, da er unter gleichen Verhältnissen ihr entgegen handelt? Abschaffen darf nicht die Losung der Reform sein, sondern den Gebräuchen religiöses Leben einhauchen; und nur aus moralisch nöthigenden Gründen mag sie aüfheben! Und haben denn diese Sabbate wirklich keine Bedeutung für uns? Ist nicht wVpars eine Mahnung, den Sinn für Errichtung und Erhaltung der Lehr- und Bethäuser rege zu erhalten? Ist nicht st-ö s eine Erinnerung an die Rein- und Heilighaltung Israels zum Dienste des Herrn? Mahnt nicht annn s an den Eifer und die Pünktlichkeit in Erfüllung der göttlichen Gebote? pr*vt nnsaV pampE? Erinnert uns nicht Nim s an Gottes väterliche Fürsorge für uns und an seinen Beistand gegen unsere Feinde? Und was drängt denn so sehr, was gewinnen wir und die Religion dabei, wenn die bezüglichen Verse an benannten Sabbaten nicht verlesen werden, daß wir die mindeste Verletzung, die mindeste Friedensstörung herbeiführen sollten, hieße das nicht fiösra t-obj r^? Der ernsten Reform genügt nicht die Möglichkeit, sondern nur die Nothwendigkeit des Abschaffens.— Unbedeutend an sich ist in unserer Zeit -misn rmio, die der Herr Verf. aufgehoben wissen will; aber ist es, wie schon gesagt, leichtsinnig, in Religion etwas aufzuheben, ohne zu wissen, warum? Da das Bestehende schon den Bestand für sich hat, so hat der Herr Verf. mit dem Ausdrucke „als auf falscher, buchstäblicher Bibelerklärung beruhend" den gerechten Zorn aller Traditions-Gläubigen herausgefordert. Wie, rufen sie entrüstet, eine traditionelle Auslegung so schlechtweg eine „falsche Bibelerklärung" nennen? Wer bürgt dafür, daß nicht morgen das Gebot von pVsn „als auf falscher, buchstäblicher Bibelerklärung" und dann sVm -mn als auf falscher Deutung beruhend verabschiedet werde, daß nicht der Heißhunger unserer Reformer den *>122 »s verschlinge, indem das Fasten geschmacklos sei und tmsi weiß Gott was alles bedeuten könne? —Weiterhin heißt es, man möge am Sabbat das Fahren selbst mit Benutzung der eigenen Pferde gestatten, und mm nrma: wird mit der Phrase beseitigt: „Ist man denn mit den Dienstboten so ängstlich, daß man mit solcher übergroßer Zärtlichkeit sich der Thiere annimmt?" und diese Frage wird noch weiter ausgesponnen. Nun diese Ver-

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