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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-09-01 · 9 (September 1845) · p. Seite 336

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
9 (September 1845)
Date
1845-09-01
Page
Seite 336 (sequence 10)
Language
German
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836 Religiöser Ernst, die Grundbedingung des Nesormirens ic. des Herrn Verfassers wundern, mit welcher er, nachdem von der Verschmelzung deutscher Elemente mit dem hebräischen Gebete die Rede war, mit dem Wunsche schließt, es möchte der Gottesdienst gänzlich in deutscher Sprache geschehen, und das bisher Gesagte wäre nur accomodationsweise - zu nehmen. Wie konnte der Herr Verfasser seinen Vorschlag durch dieses Bekenntniß so paralysiren! Haben einmal die Gemeinden eine Vorliebe für das Hebräische beim Gottesdienste, wie können sie den Modificationen Desjenigen sich fügen, der ihnen unumwunden sagt, daß Abschaffung des Hebräischen seine Absicht sei? — Besonders aber treffen den vierten und fünften Artikel die oben erwähnten Vorwürfe. Nachdem der Herr Verfasser mit richtigem Tacte eine Zurückführung der Feier- und Festtage auf ihre biblische Geltung als eine Verläugnung der Geschichte abgewiesen, ja selbst seine praktischen Bedenken gegen die Aufhebung des ua -Ji dargelegt, schlägt er vor ■sa ei etwa wie «rin zu feiern und beim Gottesdienste vorzüglich Predigt und deutsche Gebete und Gesänge vorwalten zu lassen. Damit würde aber schwerlich Denjenigen gedient sein, die *osj öh beibehalten wissen wollen. Sie würden ihn immer für entweiht halten^ sobald Arbeit erlaubt ist und für diese würde vollends der reformirte Gottesdienst ein Anstoß sein, während Diejenigen, welche dieser Gottesdienst anspräche, kaum den ersten Feiertag, geschweige denn den zweiten die Synagoge besuchen, zu- - mal ihnen der Geschäftsbetrieb völlig erlaubt wäre. Es würde diese halbe Feier des va -3-> nur dazu dienen, den ersten Tag dem zweiten gleich zu machen. Darum gilt hier das rnit-snt. — Für Abkürzung der Feiertage spräche allerdings der religiöse Grund, daß dadurch der eine Tag desto williger und strenger gefeiert würde. Was ist aber der religiöse Grund für Abschaffung der Neumondsfeier, die biblisch begründet Niemanden beschwerlich fällt, und über die sich Niemand beschwert? Ist diese auch im Sinne der Erhaltung? Was bringt sie Anderes zu Wege, als daß die fleißigen Synagogen-Besucher sich verletzt fühlen, und daß Diejenigen, welche außer rfi die Synagoge an Werktagen nicht besuchen, um eine fromme Sitte ärmer werden? Als Grund wird freilich angeführt, fh hätte für uns keine Bedeutung mehr. Aber hat denn tfi nicht als ein kleinerer Zeitabschnitt in geringerem Maaßstabe die Bedeutung des Neujahrs? Ist dieß ja auch im Mussaf-Gebete mV» am angedeutet. Wozu erinnert der Herr Verfasser an das nvsv -Hs isnrn, an das Niemand denkt, und das keinesweges etwas mit unserer Neumondsfeier zu thun hat *)? Mag das Opfergebet auf das bloße Recitiren des es-’ffim -nrwai reducirt werden, warum aber ganz Mussaf streichen? *)TaS a-mVin bab me: -,«, kann nur erkünstelt dahin gedeutet werden.

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