Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- Seite 317 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. 317 Rosst's zurückbleibt. -Je weniger auf ein vollständiges Erscheinen des Tachkemoni in dieser Gestalt zu rechnen ist, desto mehr hätte uns eine solche Uebersicht, oder doch eine allgemeine Angabe des Inhaltes des ganzen Buches entschädigt. Befriedigender ist die Darstellung der hebräischen und arabischen Metrik, welche den übrigen Theil der Einleitung bilvet, obgleich eine größere Concisetät des Äusdruckes ein nicht unbilliger Wunsch-sein dürfte. Die^Vocalisation des hebräischen Tertes zeugt von gründlichen grammatikalischen Kenntnissen des Herausgebers; dagegen lassen Uebersetzung und Commentar gar sehr viel zu wünschen übrig. Die Uebersetzung ist im Ganzen matt, oft nur durch Reim und Metrum (dem zu lieb der Herausgeber Sal'mo fS. 51] schreibt) von der nüchternsten Poesie unterschieden, schweift zuweilen ganz von dem Original ab, setzt Verse zu, läßt andere aus, und gibt überhaupt nichts weniger als ein Bild 'desselben. Hier aus dem Vielen nur einige Proben: ta* ^ia traa m» (Vorr. des Tachk. S. 50): „der die Himmel erschaffen ohn- Erschlaffen," st. ohne körperliche Thätigkeit, ja sogar aaatt "'ba, worin eine Anspielung auf das talmudische-Ariom von nicht zu verkennen, '■naa am (S. 54.) „da lebte auf der Erdenklos," wobei freilich jede Spur jener witzigen Accomodation der biblischen Phrase verwischt ist. — S. 68: -ima bba 'mn „vom Vaterland entfernt Hab' meine Muttersprache ich verlernt" (!). — S. 69: „und sagte (der Engel) zu mir tirf bewegt." — @. 72: ib raai rniatt wbw n^ia^ai „und traten sie verachtend in den Staub." — Das. ‘nwi „von wilden Thieren wund gebissen." — S. 76: bab Wh Wi „doch jetzt — ach, will mich Niemand kennen, und soll ich mich dir nennen?" (?). — Geschmacklos ist es, den jüdischen Dichter von „Musen" und „Pierinnen" (S. 75 u. 76) sprechen zu lassen, da hier unter den irraa, wie der Verlauf des Gedichts selbst ergibt, nur die Sprachen gemeint sind. — Eine solche gar zu abweichende Uebersetzung setzt einen ganz andern Leser voraus, als der vocalisirte Tert und der oft höchst Ueberstüssiges lehrende Commentar, der die Abbr. Är erklärt (S.I02), der uns sagt, daß von das kem. laute, wie von *naa das kem. rr'-os> (S. 72), der einen „Druckfehler" in der Jolowicz-Casselschen Kusari- Ausgabe verbessert (S. 56), und vor unnöthiger Gelehrsamkeit zuweilen auf triviale Weise die deutsche Sprache handhabt. (S. 136- „so bleibt Einem nichts Anderes übrig;" S. 142: „überzeugt Einem") Ueberflüssige Bemerkungen sind S. 50. Anm. 10. S. 52. Anm. 9. S. 60. Anm. 4. S. 157. über p»» S. 164. über tp* u. s. w. — Die Passus S. 86. ndm tns» e™™ Wi übersetzt Hr. Kämpf: „Es spricht auch von Verlobung und Trauung zur Belehrung und zur Erbauung (?), wie auch von Ehescheidung zur A erg erniß Vermeidung (?)"; wenn man zu dieser Uebersetzung den Commentar vergleicht, wo es heißt, daß unter die