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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-08-01 · 8 (August 1845) · p. Seite 316

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
8 (August 1845)
Date
1845-08-01
Page
Seite 316 (sequence 30)
Language
German
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816 Allgemeine theologische Bibliographie. über die Rückert'sche Uebersetzungsmanier angeführt und mit Recht dessen Ansicht als die richtige bezeichnet; nur befremdet es, daß HerrK. sich doch bewogen gefunden, einen andern „Weg zu wandeln." — Den Namen Alcharist zu bezweifeln (S. 1. Anm. 4.) ist kein Grund vorhanden, da mit der Angabe Dukes die de Rossi's an mehren Stellen des Catalogs (Nr. 402. 424.1256 u. s. w.) überein stimmen, und dieser Name schon bei Autoren des 13. Jahrhunderts, fast noch Zeitgenossen Charist's (Meir Zarfati, Josef Algual, Jakob Achsai u. s. w.), vorkommt. Sonderbar ist es, daß der Herausgeber eine bloß hebräisch erschienene Ausgabe des More unter einem lateinischen Titel citirt, da er doch dem äizionarw^ (nicht dizzionario, S. 1. Anm. 1.) storico das Recht seiner Sprache läßt. Was uns.aber an dieser Einleitung besonders unbefriedigt gelassen, das ist das Wirken Charist's als Philosoph, Dichter und Kritiker. Nicht einmal das Verzeichniß der erhaltenen Werke Charist's ist vollständig, und kann sogar aus de Rossi's Wörterbuch (wo sonderbar genug der Kommentar Maim. zu Seraim als diätet. Inhalts bezeichnet wird) bedeutend ergänzt werden, und hätte man die'Nichtberücksichtigung einer sehr zweifelhaften, nämlich Carmoly'schen Notiz weit eher verziehen, als die Lässigkeit, mit der selbst die nicht übersehenen Werke angegeben sind. Daß die Charisi'sche Uebersetzung des More verloren sei, ist, -wenn sie Conforti vor 200 Jahren noch gesehen, nicht so bestimmten sagen, und dafür, daß er sie in Marseille verfertigt, nicht,dieser Autor, sondern die Einleitung zu dieser Uebersetzung selbst die primare-Quelle. Die Würdigung Charist's selbst als Dichter ist eine ziemlich oberflächliche, da das Meiste des über ihn Gesagten sich fast auf alle besseren jüdischen Dichter anwenden laßt, in witziger, treffender Verbrauchung biblischer und tülmudischer Phrasen Charist nicht einzig dasteht ] von Immanuel vielleicht noch darin übertroffen Wird. Was uns den Tachkemoni vorzüglich lieb macht, ist nicht dessen besonders hoher poetischer Werth, was wir auf die Gefahr hin von dem Herausgeber zu den „Quasi-Kritikern" (S. 16) gezählt zu werden, aussprechen, sondern der Einblick in den Zustand der jüdischen Dichtkunst im 11—13. Jahrhundert, den er uns gewährt. Was Aben-Esra für die Geschichte der hebräischen Grammatik, das ist Charist für die der jüdischen Poesie, und für den Biographen Charist's, für den Herausgeber des Tachkemoni ist es eine unerläßliche Pflicht, dem Leser ein Bild seiner und der ihm kurz vorangegangenen Zeit zu geben. Ja wirhatten eine.vollständige Angabe der von Charist angeführten Personen gewünscht, währerrd der Anlauf, den der Herausgeber zu einer solchen Schilderung nimmt, sogar hinter der abgerissenen Darstellung de von vielen Bibliographen in das Jahr 1584 versetzt (siehe de Nossi, zu Cod. 658); Ahron Abiob's Schemen Ha-Mor mit der Jahreszahl N21MN (ölSTs) wird im lat. Oppenh. 4. in das Jahr 1596 st. 1601, wie die andern Bibliographen haben, versetzt u. dgl. m.

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