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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-08-01 · 8 (August 1845) · p. Seite 311

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
8 (August 1845)
Date
1845-08-01
Page
Seite 311 (sequence 25)
Language
German
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lieber die Zeit der Entstehung des Synhedrins. AI I den Charakter Israels verleugnen, wie sehr sie der Geschichte Hohn sprechen? Ob Antiochus Epiphanes oder der materielle Sinn der Zeit die Concesstonen verlangt, ob dem Zeus oder dem Götzen, „Egoismus" genannt, gehuldigt werden soll, das ist dem moralischen und religiösen Bewußtsein des Israeliten gleichviel. So lange kein inneres Bedürfniß zur Modificirung und Aufhebung eines wesentlichen Gesetzes dringt, so lange wird dasselbe jedes Aufgeben und Modeln in religiösen Dingen, nach den Umstanden der Außenwelt, als eine Art Götzendienst ansehen und in jeder Stimme, die für dasselbe sich erhebt, jenen Ruf ■'S 'w wina nxasn rst rvnn msa -f-N •»ab nwiua erkennen und zurückweisen. „Aber auch die gegenwärtigen Reformbestrebungen", meinen sie, „sind drlrch das innere Bedürfniß bedingt, denn nur durch sie und auf keine andere Weise kann der Glaube, kann das Judenthum noch erhalten werden." Wohlan denn, so saget uns deutlich und klar, was Ihr unter israelitischem Glauben, unter dem Judenthum versteht, und zeiget uns Eure Auffassung desselben, nicht nach Euren subjektiven Ansichten, die man hier keineswegs anerkennen kann, sondern zeiget sie uns in dem Worte der Schrift, in der Geschichte Israels begründet, und werden wir sehen, daß nach den Concesstonen, die Ihr zu machen bereit seid, noch ein solcher israelitische Glaube, noch ein Judenthum zurückbleibt, das erhalten werden soll; so wollen auch wir Eurer Meinung, Eurem Streben uns unterwerfen. Aber ein fester Grundzug im israelitischen Glauben, im Judenthume, ist unstreitig und gewiß die Heiligkeit der Gesinnung und Handlung! „Seid heilig, denn auch der Ewige, Euer Gott, ist heilig", also die Erhebung über alles Irdische und Sinnliche wird ausdrücklich dem Israeliten zur besondern Aufgabe gestellt, sie ist wohl schwer und schwere Opfer fordernd diese Aufgabe, wer aber doch nicht zu ihr hinaufzuschwingen sich vermag, er kann wohl ein braver, ein sittlicher Mensch sein, aber Israelit ist er mit nichten. Und diese Heiligkeit, diese bisher sich erhaltene und durch so viele harte Prüfungen sich bewährte Heiligkeit trübet Ihr von vorn hinein durch Euer Verfahren, verdunkelt und verhöhnet Ihr durch die Wege, die Ihr zur Erreichung des Zieles einschlaget. Denn Ihr seid sehr im Jrrthume, wenn Ihr glaubet, daß die Anforderungen, die an Euch gemacht werden, eine allgemeine Stimme in Israel seien. Ein großer Theil. Deutschlands und ganz Deutschland ist noch kein yn». Es gibt außerhalb Deutschlands noch eine weit größere Masse von Israeliten, die die Aufgabe Israels rokm -ö v>s-ir> tmi nicht für schon gelöst erachten, die bereit sind, ein rftiso w ein Mustervolk im Glücke wie imUnglücke demjenigen zu verbleiben, der da spricht: „Mein ist die ganze Erde", und die keinen Theil dieser, von Gott allen Menschen gleich zuge-

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