Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- Seite 310 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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310 lieber die Zeit der Entstehung des SyahedrinS. gende Forderung des Lebens und der Verbindung, in welcher man mit auswärtigen Völkern stand, mildernde Gesetze in Beziehung aus gemischte Ehen und auf die strenge Feier des Sabbats eintreten lassen sollen und können (Esra Cap. 9 u. 10. Nehemia 13), aber weil es die Bequemlichkeit des Lebens forderte, deßwegen durste das Geringste nicht concedirt werden, denn darin, in dem Kampfe des Geistigen mit dem Materiellen und in dem Siege des Erstern über Letzteres erkannte und sah man das Wesen des israelitischen Glaubens, und man empfand es wohl, daß durch das geringste Nachgeben des Erstern die Grundpfeiler des Glaubens erschüttert werden mußten und es um die innere Selbstständigkeit geschehen sein würde. Nicht so, daß man irgend einen Nachtheil von der Aufhebung des einen oder des andern Gesetzes fürchtete, als wie man die Art und Weise, wodurch diese Aufhebung geschieht, als dem Principe des israelitischen Glaubens zuwiderlaufend, und das Heilige, das es im Menschen zu erwecken und zu erhalten strebt, herabziehend und entwürdigend betrachtete. Und dieser Geist bewährte und bethätigte sich auf die eclatanteste Weise, im Judenthum durch die ganze Zeit des zweiten Tempels, nur mit ihm wurde die Freiheit errungen und nur durch ihn würde sie sich noch erhalten haben, wenn nicht eben die blos auf den Materialismus gerichtete Gesinnung Einiger Zerrissenheit in das innere Leben gebracht und dadurch den Untergang herbeigesührt hätte*). , Aber welche erbärmliche Parodie bilden nicht die Bestrebungen unserer heutigen Reformer zu jenen dieser großen und umsichtigen Reformatoren? — Nicht genug, daß sie die äußern Formen ganz nach fremden Mustern modeln, was eigentlich eine Annäherung, eine Affinität der Gesinnung und Gefühle bezwecken soll, aber nur Neid und Spott Hervorrust; so zeigen sie sich auch leicht geneigt, auch den Kern des Glaubens in die, von dem nur Gewinn und Bequemlichkeit berechnenden Kunstsinne vorgelegten Leisten zu zwängen, und was nicht hineinpaßt, rücksichtslos hinwegzuschleudern. Einige sogar halten es nicht unter ihrer Würde, die Rolle eines Sanballat oder Menelaus zu spielen, und die Bauer der heiligen Mauern der Jmmoralität und der Empörung auzuklagen, oder während man bei Herrschern den eignen Pflichteifer rechtfertigen und anrühmen will, das jüdische Gesetz des Verrathes. zu beschuldigen. War dieses von jeher die Weise der Vorsteher Israels? Wollen diese Herren nicht einsehen, wie weit sie sich von ihrem Ursprünge entfernen? Wie sehr sie die Aufgabe Israels verkennen, *) Das von hier an Folgende scheint nicht in genauem Zusammenhang mit dem Vorhergehenden zu stehen. Die R e d a c t i o n.