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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-08-01 · 8 (August 1845) · p. Seite 307

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
8 (August 1845)
Date
1845-08-01
Page
Seite 307 (sequence 21)
Language
German
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307 Neber die Zeit der Entstehung des Synhedrins. Ansicht die Angabe der Mischna (Abot 1, 2) ganz übereinstimmend, daß Simon der Gerechte (nämlich der Erste, der im Anfänge der griechischen Herrschaft lebte) Einer von den nVhan ross von dieser sich aufgelösten Synode war. - . In der stürmischen Zeit Alexanders und des Ptolemaus Soter konnte keine neue Ordnung für die Dauer getroffen werden, dafür scheint sie aber unter der sanften Regierung des Seleukus Nikator, der die Juden liebreich aufnahm und sie begünstigte (Fleury's alte Israeliten S. 235), sich ganz neu constituirt, und im Gefühle der Dankbarkeit, eine der Seleukidischen Verfassung ähnliche Form angenommen zu haben. Denn Seleukus Nikator hat, wie beinahe alle Geschichtschreiber berichten, sein Reich in 72Satrapien eingetheilt. Da nun diese Zahl nicht weit absteht von der. alten schon dem Moses in Beziehung auf die Einsetzung der Aeltesten gebotenen; so bildete man in Uebereinstimmung - mit dieser Anordnung und um der Anzahl der griechischen Regierungsrathe ziemlich nahe zu kommen, einen Gerichtsstand von 70 Männern, an deren Spitze der Hohepriester, und gab ihm den aus der griechischen Verfassung entlehnten Namen yeQovoi'a, hebr. vielleicht o-opr. Mit dieser Muthmaßung stimmen alle oben aus den maccab. Büchern und dem Josephus angeführten Stellen vollkommen überein, und wird sie durch diese ganz gerechtfertigt und begründet *). Diese neue Form des Instituts nun scheint so lange unverändert geblieben zu sein, so lange die Juden mit keinem andern Staate in Verbindung traten. Als sie aber unter Johanan Hhrkan ihre Bündnisse mit den Römern erneuerten und befestigten, so konnten sie gewiß so wenig wie die andern Bundesgenossen Roms zu damaliger Zeit sich von dessen Einflüsse ganz befreien**), und strebten sie gewiß,' so wie die andern entweder aus Furcht oder aus stanb. Allein dieser Ausdruck scheint nichts anders als die hebr. Phrase fcvo tznp zu fei«, die auch von den LXXII. Jerem. 44, 15 und Jecheskel 38, 13 u. in. so übersetzt wird, denn wäre hier die große Synagoge verstanden, so dürfte der Artikel nicht fehlen und es müßte, da von einer bekannten Versammlung die Rede ist, heißen inl zrjs evvaycoyijg n. s. w. *) Wenn wir das Reich der Muthmaßungen nicht zu weit auszudehne» fürchteten, könnten wir durch die Aehnlichkeit der Zahlen auch die Sage von de» 72 Dolmetschern mit dieser Umformung des Volkssenats in jener Zeit in Verbindung bringen. **) Daher erscheint auch die Bemerkung des Talmuds (Sabbat 15 a. Aboda Sara 8, 6) ganz richtig, daß 180 Jahre vor der Zerstörung des zweiten Tempels der Einstuß der römischen Herrschaft auch über die Inden fich geltend gemacht, denn ungefähr 190 Jahr vor der Zerstörung hatte Hyrkan das Büudniß erneuert '(los. Ant. XIV. 8, 5), und es war schon die Zeit da, wo Rom gegen seine Bundesgenossen die Larve ablegte, in die es fich früher hin versteckt. 23*

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