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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-07-01 · 7 (Juli 1845) · p. Seite 268

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
7 (Juli 1845)
Date
1845-07-01
Page
Seite 268 (sequence 22)
Language
German
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268 Ueber manche durch den Fortschritt der Medicin im Judenthum re. Zirkelschnitt frei liegenden Wunde, wo die Heilung nur durch Supuration geschieht. In so fern mag Maimomdes Recht haben, daß, um die Heilung der Wunde zu befördern, dieselbe vom Blute gereinigt werden muß; nur dürfte das Aussaugen des Blutes aus der frischen Wunde nicht das Mittel zR dieser Reinigung sein. Im Gegentheil wird die Wunde dadurch immer mehr gereizt, die Blutung leicht vermehrt und wohl gar die Vernarbung gehemmt. Die spatem Rabbinen aber, denen dieser umfänglich gelehrte Arzt und gottesfürchtige Mann maßgebend war, sprachen auf seine Autorität den Satz aus : ■pha Vm» bat INI» ■p''3S» (Jore Dea §. 264, 3.) „den Beschneider, der nicht aussaugt, setze man ab." Und in der That bedurfte auch dieses Aussaugen diese . religiöse Sanktion, weil sich sonst wohl nicht so leicht ein Beschneider gefunden haben würde, der sich dieser einen natürlichen Widerwillen erregenden Procedur unterzogen, wenn die Religion es ihm nicht zur Pflicht gemacht hätte. Aber auch noch von einer ganz andern Seite her drohen dieser Procedur Gefahren; nämlich, daß durch die unmittelbare Berührung einer frischen Wunde mit den Lippen des Beschneiders mutuelle Ansteckungen zu befürchten stehen. Leidet nämlich der Beschneider an irgend einem Mundübel, Scharbock,' cariöse Zähne rc.rc., wodurch mehr oder weniger scharfer Speichel abgesondert wird, so können beim Aussaugen der Wunde die schlimmsten Krankheiten auf das unschuldige Kind übertragen werden. Hat hingegen das Kind eine vom Mutterleibe mitgebrachte syphilitische Krankheit an sich, welche häufig an der Vorhaut und dessen Umgebung sich zeigt, so ist der Beschneider in Gefahr, durch diese Aussaugung angesteckt zu werden. - Freilich war auch zur Zeit des Maimomdes und auch noch viel später die Gefahr der gegenseitigen Ansteckung weniger zu fürchten als heut zu Tage; denn welche Männer verrichteten damals die Beschneidung? Männer, die, unbekannt mit den Freuden und Genüssen, der Außenwelt sich bloß der Forschung des Gesetzes Hingaben und ein in Gott aufgehendes Leben vollbrachten; Männer, die ein frommes, sittenreines, patriarchalisches Leben führten, die selbst die ehelichen Freuden mässig genossen und sich scheuten die Reize der eigenen Gattin, geschweige die fremder Frauen zu enthüllen. Bei solchen Männern stand nicht zu befürchten, daß sie mit einer der erwähnten Krankheiten behaftet wären, und eben so wenig, mögen die von solchen Eltern gezeugten Kinder solche Uebel als Erbstücke mit zur Welt gebracht haben. Ganz anders aber ist der heutige Standpunkt! Heut zu Tage soll die Beschneidung nur durch ärztliche Personen vollzogen werden, die ihre wissenschaftliche Bildung auf Hochschulen und Universitäten empfangen haben, die, wenn sie auch kein renomirendeö, aber doch immer ein Studentenleben

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