Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 7 (Juli 1845)
- Date
- 1845-07-01
- Page
- Seite 265 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Noten zum Texte. 265 fenbarte Religion kenne, auch seinen positiven: sondern nur eine geoffenbarte Gesetzgebung, zu einem absoluten Nichts herabsetzte.. Mendelssohn, der Philosoph, wollte sein Judenthum, dem er das Herz-, die Offenbarung eines nicht rationalistischen Gottes, abgedrückt hatte, in die wohl verwahrte und mit allem Geschütze einer ewigen Verdammniß und einer nicht viel kürzeren, genauen Gewohnheit bespickte Festung retten. Das konnte nicht gelingen! Die Praxis zog bald die nahe liegende Consequenz. Die nur noch mit alten Invaliden besetzten Festungswerke wurden in nicht langer Frist eine nach der anderen eingenommen und demolirt, bis — und das ist der Fall des heutigen Tages — ein ödes wüstes Blachfeld nur noch die Stelle zeigt, wo einst jener Heilige wohnte, den Moseh und die Propheten gelehrt, um dessen Namen willen ganze Generationen geblutet haben. Dr. Sternheim. Lieber manche durch den Fortschritt der Medicin im Iudenthum bedingte Reformen. Die Frage über Reformen im Judenthum beginnt in ein Stadium zu treten, in welchem sie zur Parteisache, und hierdurch dem Kreise der ruhigen Besprechung entrückt wird. Man ist hier und dort bestrebt, die Fahnen zu verstärken und Bundesgenossen von allen Seiten herbeizurufen, man sucht hier wie dort Stimmen und Unterschriften zu werben, man wird — und dieses ist das Betrübendste in solchen Fallen — hier wie dort in der Hitze des Kampfes oft weiter getrieben als der ursprüngliche Plan erheischte, es wird hier mehr gefordert, dort mehr verweigert, als man mit Recht verlangen und mit Recht verweigern kann. Zu solcher Zeit wird die Forderung, daß die Reform an der Hand der Wissenschaft gehe, gewöhnlich von beiden Seiten-zurückgewiesen: von dieser, weil die Wissenschaft zu langsam einherschreitet und, da die Hitze des Angriffes ein rasches Vorwärts verlangt, man gerade durch die Wissenschaft an einem schnellen Siege verhindert ist; von jener Seite, weil man in solchen Zeitlaufen der Wissenschaft noch mehr als sonst mißtrau! und Autoritätsglaube allein eine unbezwingbare Feste bietet. — In diesem Aufsatze handeln wir von Reformen, die die Orthodoxie selbst nicht nur adoptiren kann,'sondern die ste von ihrem eigenen Standpunkte aus, aus den Principien, die sie selbst als heilig und unverbrüchlich erkennt, adoptiren muß. Es wird aber, ist der Blick nur noch einigermaßen unbefangen, sich auch darthun, daß das rabbinische Judenthum die treff- Frankel, Zeitschrift u. ' 20