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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-07-01 · 7 (Juli 1845) · p. Seite 263

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
7 (Juli 1845)
Date
1845-07-01
Page
Seite 263 (sequence 17)
Language
German
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Rote» zum Texte, m lischen Thatigkeit waren, und können ein gelindes Lächeln nicht unterdrücken, wenn man uns die ersten Träger des nenjüdischen RationqliSmus als Märtyrer der Wahrheit schildert. Das soll indeß ihrem Verdienste keinen Abbruch thun, das hier in einer ganz anderen Sphäre liegt als in der, die uns blutige Kronen aus einem Dornengestechte erwirbt. Märtyrthum hat ursprünglich den Sinn eines Zeugnisses, das anstatt eines Beweises abgelegt wird- Wahrheiten aber, wie die find, die Mendelssohn's Schüler zu verbreiten übernahmen, bedurften eben nichts weniger als. dieses. Eine Wahrheit, die nicht des Zeugnisses entbehren kann, ist nicht des Namens werth. Aber auch der spatere Begriff eines Zeugnisses durch unerschütterliches Ertragen von allerhand Leiden , von Schmach und Tod, fand hier keine Anwendung; vielmehr befanden sich alle Apostel der Art, die mir je begegnet sind, so ziemlich bchaglich bei ihrem Apostelamte, und keiner hat ihnen jemals ein Haar zu krümmen gewagt. Auch gab es unter ihnen nur selten eine 6Iosk llasoeLs, und der Meister war bekanntlich am wenigsten geneigt, mit der Thür in's Haus zu fallen, wie man zu sagen pstegt. Auch was nunmehr folgt, bedarf einer großen Einschränkung. Der Herr vr. Salomon glaubt und will uns auch glauben machen, 13) daß „jene Ideen das Eigenthum vieler Tausende wurden, und der Geist einer besseren und lichtvolleren Erkenntniß in das Volk drang, und — um mich eines sehr bezeichnenden Ausdrucks zu bedienen —• gewaltig zu rumore» anfing." Geister rumoren so eigentlich nicht, das thun nur Gespenster. Hat es rumart und ist dieß der wirklich bezeichnende Ausdruck für jene Erscheinung in dev israelitischen Welt , so ist schwerlich ein Geist die Veranlassung dazu gewesen. Doch wollen wir nicht mit Subtilitäten unsere Noten beschließen; wir wollten nur damit bemerklich machen, daß jener Ausdruck „rumoren" in der That der geeignetste ist; denn im Volke, zumal in der neuen Generation, erwachte bald das Gespenst einer wilden Aufklärerei, einer halb wahnwitzigen Ueberhebung, einer Verspottung alles dessen, was unseren Vätern heilig und ehrwürdig gewesen. Wir wissen es nur zu gut, was als aufgeklärt galt und noch gilt, und welch ein trauriger Geist des frechsten Jndifferentismus und verabscheuungswürdigen Gleichgültigkeit gegen den Religionswechsel die nächste Folge jenes sogenannten Geistes war, der in und mit der benannten Schule gerumort hat und zu rumoren nicht abläßt. Nein! Daran muß man nicht erinnern, wenn man von den großen Verdiensten jener Schule spricht! Was das Volk von jenem neuen Evangelium in sich aufnahm, waren nicht seine neuen Ideen; es war eine neue Gedankenlosigkeit gegen eine alte vertauscht,

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