Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 7 (Juli 1845)
- Date
- 1845-07-01
- Page
- Seite 256 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Note« zum Terte. 256 geruht HM, wohl anders bezeichnen als einen artipulus HM? da er doch kein Gegenstand unseres Vernunftwissens, kein Ergebniß der. Beobachtung oder Erfahrung, sondern allein ein auf Treu und Glauben angenommener Offenbarungslehrsatz und noch dazu ein solcher istder durch die symbolische Ruhe, durch Gebet und Predigt noch heute gefeiert und damit anerkannt wird, von eben denselben bekannt und gelehrt wird, die in einem Athem ihn auch verleugnen? SolvemiKi dsso semAwstu! Es war uns nur darum zu thun zu zeigen, daß das Judenthum allerdings geoffenbarte Dogmen kenne und anerkenne; noch mehr, daß in diesen Dogmen sein Wesen beruhe, und daß ohne sein Grunddogma, durch daS es sich scharf und für immer vom Heidenthume und dem Philosopheme abschneidet, alle seine gerühmte Offenbarung von Gesetzen eine taube Nuß sei, ein Leib ohne Seele, ohne Sinn, ohne Vernunft, Und in diese Absurdität, in diesen Widerspruch von Leben und Lehre stürzt jener gefeierte Rationalismus der Mendelsohnsschule, der sich „Licht," „Aufklärung", und wie die Epitheta sonst noch lauten mögen, schelten läßt! _ Wer weiß aber, ob nicht Mendelssohn etwas ganz Anderes im Auge hatte, als er jene Grundsätze, wie sie unser Tert uns angibt, in seinem Jemsalem aufstellte! Möglich, daß selbst der Autor dieses Textes auch nach etwas Anderem hinblickte, als das scheinbare Ziel seiner Rede andeutet! Möglich, sag' ich von Letzterem — denn bei aller Achtung gegen die Person des Verfassers unseres Textes, und eben wegen derselben, dürfen wir ihm keine tiefere Einsicht anrechnen, als er nach unserer Ueberzeugung beim Aufsetzen jener negativen articuli fidei gezeigt hat, — während ich vom Ersteren, dem Meister, dem über mein Lob erhabenen M. Mendelssohn, mit Evidenz nachzuweisen mir getraue, daß er mit den Worten, daß das Judenthum von sogenann- - ten Glaubensartikeln nichts wisse, eben nicht das Judenthum gemeint, sondern anders wohin gezielt habe. Vorausgesetzt werde, daß.unser Autor die Worte oder doch den Geist Mendelssohn's richtig aufgefaßt und uns wieder gegeben habe. Nun wohl! Mendelssohn widersetzte sich in jener Schrift einer Formulirung der Religion nach bestimmten Autoritäten, und der gesetzkräftigen Macht jener Formeln für, unsere Glaubensgenossenschaft. Dieser Glaubensnoth widersetzte sich nun der edle Meister mit aller Kraft seines Geistes, und vindicirte damit seinem heiligen von den Vätern ererbten Glauben sein wahres Lebenselement, das pghulum vitse der Freiheit. Er widersetzte sich aus tiefer Ueberzeugung einer schändenden Unterjochung, einem Glaubeyszwange, wie er ihn als Eindringling von Außen mit