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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-07-01 · 7 (Juli 1845) · p. Seite 254

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
7 (Juli 1845)
Date
1845-07-01
Page
Seite 254 (sequence 8)
Language
German
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254 Noten zum Texte. nichts weiß. DK reden von der Auffassung des Verhältnisses Gottes zur Welt als ihres Schöpfers. Hier, und zwar gleich im Ersten Verse des Pentckteuch, tritt uns ein ausdrücklicher Lehrsatz entgegen, der auf die Frage, wie ist die Wels entstanden? . mit unumwundener Zuversicht antwortet: Gott hat sie geschaffen. Leibnitz behauptet bekanntlich das Gegentheil. Seine Monaden sind ewige, unzerstörbare geistige Wesen, ein Chaos unendlich kleiner Geisterchen, die eben so unzerstörbar als unerzeugbar sind. Eine Schöpfung aus Nichts ist ihm eine Unmöglichkeit, wie sie es dem echten Rationalismus ewig gewesen ist und ewig bleiben wird , nach dem Bekannten: Exnihilö nihil! Daher die Vorstellung der genannten Schule von der beßten Welt. Sie'lehrte nämlich, daß der Schöpfer nur zwischen den Möglichkeiten in einem schon dem Stoffe nach eben so ewig, wie er selbst, vorhandenen, das möglichst Beßte zu wählen hatte, und denn auch richtig die möglichst vollkommene Welt erschaffen — oder wie soll ich sagen? aus sich herauscalculirt, herausgeblitzt habe. Es ward dort gelehrt: vum Heus calculat, fit mundus. — Mundus est fulguratio Dei &c. Wie der gelehrte Verfasser unseres Textes über diesen Punkt auch selber denken mag, so viel wird er uns mindestens einräumen-, daß die Lehre einer Schöpfung aus Nichts, wie sie das Judenthum in seinen eminentesten Lehrern anerkennt, ein qualificirter Lehrsatz, ein Dogma ist, und kein Gesetz; er wird uns auch einräumen, daß dieß Dogma kein Vernunftdogma genannt werden kann. Wenigstens-wird es ihm nicht gelingen, uns aus allen Philosophen der alten Welt, bevor die alttestamentliche Lehre den Griechen zugänglich und von denselben beachtet wurde, also bis zur Zeit der Alerandrinischen Schule, auch nur Einen zu nennen, der aus Vernunftschlüssen oder sonst wie dieses Dogma aufgestellt hatte. Die erste Erwähnung desselben fand ich bei einem Schriftsteller des Alterthums aus dem Zeitalter der Antonine, der desselben als einer Irrlehre gedenkt. Wenn aber weder der Rationalismus der Ionier und der Eleaten, noch der, der gefeierten Akademie und der Peripatetiker — glänzende Namen im Reiche des Gedankens! — von einem solchen Dogma eine Ahnung hatten, wie es doch faktisch im Judenthume, wenngleich von Wenigen, z. B. M. Mendelssohn, bestritten, besteht: wie kann denn behauptet werden, daß das Judenthum nur eine geoffenbarte Gesetzgebung kenne? — Wie mag dieß auch dann noch behauptet werden, wenn dieß von einer Schule ausgeht, die gerade eine entgegengesetzte Lehre zu der ihren macht, nämlich die heidnisch-rationalistische vom ewigen Weltstoffe, und von einer eigentlichen Schöpfung aus Nichts nur wie die Leibnitz-Wolf-

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