Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 7 (Juli 1845)
- Date
- 1845-07-01
- Page
- Seite 251 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Note» z«m Texte. 25t ments und der Offenbarung überhaupt, und in seinem Gefolge 2) „Ideen, die bis zu jener Zeit selbst in der geheimen Werkstatt des Geistes nicht aufzukommen wagten" und diese neuen Ideen wirken mit einer rücksichtlosen Kühnheit. 3) „Vom Meister ausgesprochen und von den Jüngern aufgefaßt, verarbeitet und verbreitet. Gewiß ist nichts lobenswerther als jene Kühnheit. Auch ist nicht zu leugnen, daß ein gewisser Muth dazu gehörte, jenes Dogma, daß das Alte Testament keine Religion zu offenbaren bestimmt sei, in jenen Tagen auszusprechen. Doch nur ein gewisser! Denn,' so lange man den zweitenTheil des Dogmas fefthielt, „sondern nur geoffenbarte Gesetzgebung" war die Gefahr der Verketzerung so fürchterlich nicht, als man wohl glauben sollte. Wir wissen es Alle nur zu gut, daß jene Vertiefung in das eigentliche Wesen der Offenbarung nur die Sache sehr Weniger dazumal, als dieses Dogma das Licht der Welt erblickte, gewesen sei, und sehen es noch heute, daß sich ihre Anzahl seitdem nicht bedeutend vergrößert habe. Haben wir nicht ein zu nahes Beispiel, daß ein jüdischer Religionslehrer den ganzen Inhalt der Offenbarung durch den Schlamm eines vor etwa zwei Deeennien vergöttlichten Heidenthumes schleppen, die Offenbarung deslebendigen Gottes, des Heiligen Israels in den Koth treten durfte, weil er mit einer klugen Hartnäckigkeit an der „geosfenbarten Gesetzgebung" festhielt! Wer war es, der ihm sein götzendienerisches Werk, den biblischen Orient, als eine Lästerung und Schändung unseres Heiligthumes vorwarf, und ihn darüber zu Rede zu stellen unternahm? Wahrlich nicht jene geistig-blinden Anhänger der „geoffenbarten Gesetzgebung," nicht diejenigen, die sich so gerne als die Treuen in Israel, als die gottgefälligen Wächter jenes geistigen Hortes angesehen wissen möchten; diese schwiegen nicht nur, sondern verschlangen mit großer Bewunderung jenen Brei ihres schlechten Meisters, in dem er das versteckte Gift des Abfalls und der Abgötterei ihnen einlöffelte, und erklärten ihren neuen Jerobeam ben Rebat für den echten Israeliten, und wahren Lehrer in Judah. Wir müssen demnach die Kühnheit, von welcher oben im Texte die Rede war, ein wenig ermäßigen. Das Schild eines rein äußerlichen Hofdienstes ward einstweilen noch vorgehalten, und wir sahen, was alles hinter diesem sicher bestehen und heimlich „rumoren" darf! Es ist daherbehauptW>orden, daß M. Mendelssohn vom Israeliten jener Tage nichts beibehalten habe als das Bärtchen cum annexis, und dieß nur zur Deckung des Rückzuges des wahren Israeliten dahinter. — Wir kommen jetzt zum 3. Passus, daß jene Ideen von den Jüngern aufgefaßt, verarbeitet und verbreitet .worden. 19*