Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- Seite 244 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Recenstonen. gung ftir seine Lüge gefunden, seine Absicht solchen schändlichen Verdacht zu erwecken und zu verbreiten, zeugt nicht wider ihn! Noch eine Probe der gewandten Dialektik des Herrn Holdheim. K. sagt, daß H., würde er von redlich er Forschung geleitet, aufden Unterschied zwischen promissorischem und assertorischem Eide, und daß dieser keine Auflösung finde, hatte aufmerksam machen müssen. Herr H. antwortet: „Dieses hatte er bevorworten müssen! Seinen wissenschaftlichen Erörterungen über den , Eid liegt keine andere Absicht zu Grunde, als den Beweis zu führen, daß daS rabb. Jndenthum eine Theorie über die Auflösbarkeit solcher Eide, welche das Verhältniß des Nebenmenschen betreffen und dem Gerichte eine Sicherheit gegen Rechtsverletzungen gewahren sollen, aufstelle, welche mit dem heutigen religiösen Bewußtsein der Juden oder mit den Begriffen einer gesunden Moral ff. sich nicht vertragen" (Orient S. 167). Abermals sehr trefflich! Man verdächtigt Jemanden, hebt die schlimme Seite hervor, wozu braucht man von seiner guten Seite zu sprechen! Noch mehr! Das rabb. Judenthum wird angeklagt, daß es eine verwerfliche Theorie-über die Auflösbarkeit solcher Eide aufstelle, welche „dem Gerichte eine Sicherheit gegen Rechtsverletzung gewähren sotten." Welche Eide werden zumeist und fast ausschließlich zur Sicherheit gegen Rechtsverletzung dem Gerichte geleistet? Assertorische Eide; Versprechungseide (promissorische) find als gerichtliche so selten, daß manche Rechtsgesetzgebung noch heute kein bestimmtes Gesetz über deren Nichteinhaltung ausgesprochen hat (vgl. weiter). Wenn also die rabb. Theorie dem Gericht keine Sicherheit gegen Rechtsverletzung gewährt, so muß daraus geschloffen werden, daß es auch die Auflösbarkeit der assertorischen Eide lehrt. Hatte also Herr H. nicht zu bevorworten, daß er nur über promissorische Eid^ - spreche? Hier mußte er nicht als redlicher Mann, und wenn ihn nicht die entwürdigendste judenfeindliche Gesinnung trieb, die eigentliche Sachlage darstellen? Ein solches Betragen ist P e r f id i e, und vergebens hofft Hr. H. sich durch nichtssagende Phrasen durchzuhelfen. Hat er doch übrigens laut seine Absicht bekundet, da er im Israelit des 19. Jahrh. v. Jahrg. S.279. von der Auflösung aller Eide sprach (vgl. oben Zeitschrift Marzheft S. 82 die Bemerkung Rappoports), und halt dafür (Israelit S. 278), daß nach Gittin 35b auch Reinigungseide aufgelöst werden können. Herr H. mag mm seinen ungeheuren Schnitzer mit der Berufung auf diese Stelle eingesehen habender hat zwar, wie in einer Zeitschrift nach einer Aeußerung von ihm berichtet wird, einen I nstinct, daß nach der rabb. Theorie auch assertorische Eide auslösbar seien; allein da der Instinkt nur verlangt und begehrt (und man weiß was das Verlangen und Begehren des Hrn. H. ist), aber nicht erken nt, so wurde er von diesem Instinkt irregeführt, und er will nun den Rückzug nehmen, „er habe vorausgesetzt promissorische Eide und habe es nicht zu