Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- Seite 243 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenstonett. 243 zugleich nachgewiesen, wie H. über die eigentliche gesetzliche Lehre von der Auflösung des Eides und dem ihr zu Grunde lieg^rwen Principe geschwiegen, auch nichterwähnt, baß er nurvompromissorischen undnichtvom assertorischen Eide rede, es vorgezogen nur das anzttfähreN/ was die rabbinische Lehre verdächtigen und sie in dem schwärzesten Lichte zeigen - muß. Herr H. weist diese Beschuldigungen mit einer hohlen Dialektik und leeren Sophismen zurück/ die die die Behauptung K.'s rechtfertigen, Herr H. sei schon ziemlich an dem Ende seiner Laufbahn angelangt, und bleibe ihm nichts mehr übrig, als durch sich überbietende Verlaumdungen noch auf einige Zeit (denn lange können diese Reizmittel nicht mehr wirken und wird man bald allgemein ihrer überdrüssig werden)/ auf sich zu lenken. Für den minder kundigen Leser, der vielleicht der ganzen Discussion nicht folgen will, geben wir einige vorläufige Proben der gründlichen Disputirweise des Hrn. Holdheim. K. hatte demselben vorgeworfen, daß er die feindseligsten Gesinnungen gegen die jüd. Glaubensgenossenschaft unter der Etikette „Wahrheit" vorbringe, Herr H. weiß wieder nur von Liebe zu den Juden zu sprechen, und wie gerade „das heutig^religiöse Bewußtsein der Juden weit über dem rabbinischen Judenthume stehe." (Auf der jüd. Glaubensgenoffenschast vergangener Zeiten, in denen „das heutige religiöse Bewußtsein" noch nicht wurzelte, bliebe freilich hierdurch ein gegründeter Verdacht des Meineids haften, und sind jene empörenden Eidesformeln, die das christliche Mittelalter dem Juden auferlegte, gerechtfertigt. Doch Herr H. meint nun wenigstens die Zeitgenossen mit sich auszusöhnen; die Verstorbenen — was kann dem Manne der Wahrheit an deren Ehrenrettung oder an deren Verletzung liegen?). Aber selbst gegen das rabbinische Judenthum meint Hr. H., sei er nicht einer feindlichen Gesinnung zu beschuldigen, „da ich ja nur das angreife, was Herr K. mit mir als „etwas moralisch Verwerfliches hält. Kann er mich überzeugen, daß ein sol- „ches Element im rabbin. Judenthum sich nicht findet, so hat er das Object „meines Angriffes mir völlig entzogen, und ich muß das Schlachtfeld reimen" (OrientS. 165)* Welche feine Dialektik, wie wandeln, Pfefferkorn und andere derartige Herven der Judenanschwärzung im Mittelalter und. in der Jetztzeit sich in die innigsten Juden - und Wahrheirsfreunde um! „Kann man „sie überzeugen, daß das Element ihrer Anschwarzung sich im Judenthume ,,nicht findet, so ist das Object ihres Angriffes ihnen entzogen und sie müssen „das Schlachtfeld räumen." Und von welcher erhabenen Moral zeigt diese Theorie, sie hat so viel Versöhnendes, daß jede Verlaumdung, jede erdichtete Malice ihr Bösartiges verliert, und wir nie Ursache haben uns über sie zu beklagen. Es ruft dir Jemand zu, „du bist ein Meineidiger, Treuloser;" du bist darüber erzürnt, mit welchem Rechte? Kaust du überzeugen, daß du es nicht bist, so hast du Jenem das Object des Angriffes völlig entzogen. Aber hat er dadurch aufgehört ein Derlaumder zu sein, hat er noch eine Rechtferti-