Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- Seite 239 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. 239 kunst sich nicht täuschenden allmällgen Reform ohne Widerstreben sich anschließen werde, wenn auch hierdurch weniger geboten wurde als man anfänglich wünschen mochte. Lehrt die Erfahrung, daß in der Politik die Festhaltung an die Maxime der „richtigen Mitteu nun schon seit einer Reihe von Jahren die Segnungen des Friedens über Europa, verbreitet, sollte da in der Religion, die ja nur im Frieden und durch den Frieden bestehet, jener weise Grundsatz nicht um so mehr berücksichtigt werden? — Von dem gesunden Sinne Vieler, welche jenen Vereinen beigetreten find, laßt sich daher erwarten, daß sie von Extremen sich nicht verleiten lassen werden, am wenigsten durch jene herostratischen Versuche, welche in neuerer Zeit auftauchten und ihren Ruhm darin setzen die ganze jüdische Vergangenheit, ihre Lehrer und Lehren muthwillig in den Staub zu treten! -- Nur dürsten auch von ultraconservativer Seite alle Uebertreibungen, Schmah- und Verdächtigungen vermieden werden; diese führen nirgends zum Ziele und selbst das entfernter stehende Publicum, daß jetzt auch weiß, welche Zeit es ist, wird dadurch nicht belehrt. Nach Obigem gehen wir auf Einzelnes in dem Schriftchen nicht weiter ein, bedauernd in diesem Punkte mit dem uns sonst befreundeten Hrn. Verf. in Meinungsverschiedenheit gerathen zu sein.; wir glaubten aber deshalb um so weniger unsere wahre Ansicht von der Sache verhehlen zu dürfen, vr. B. Beer. WL2Hauspostilla zur Belehrung und Erbauung für Israeliten, von Moritz Feitel. Wien 1842. Gedruckt bei Franz Edlen von Schmidt u. I. I. Busch. 154 S. Unter diesem Titel bietet der Berf. dem Publikum eine Reihe von Vortragen über die Sprüche der Väter (Pirke Abot), in welchen manches Beherzigenswerthe enthalten ist, und die in ihrem Kreise (sie wurden laut der Vorrede in einer Israeliten-Gemeinde Ungarns gehalten) gewiß von segensreicher Wirkung waren, da sie die Gegenwart mit ihren Vorzügen und Mängeln im Auge haben, und, von Neologie wie von Obskurantismus gleich fern, wahrhaft vernünftige und religiöse Gesinnungen zu wecken abzielen. Und in dieser Beziehung mögen sie auch, trotz ihrer Mangel, manchem Leser willkommen sein. Der Hr. Verf. hatte jedoch bederrken sollen, daß man an gedruckte Vortrage größere Anforderungen stellt als an mündliche, und daß man in erbaulichen Vorträgen Geschraubtheit, Mangel an Correctheit, an Folgerichtigkeit und Eleganz der Rede durchaus nicht verzeihen kann. Vorliegende Reden aber sind von Mangeln der Art, ja von Verstößen gegen Grammatik und Syntax so entstellt, daß das Gute fast über-