Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- Seite 238 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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238 Allgemeine theologische Bibliographie. tett; im Aeüßern, wenn auch nicht politische, doch fast überall solche bürgerliche Freiheit, -aß -er Beschaftigungskreis sich sehr erweiterte, währen- -ie Bätet auf den Handel (wie er in früherer Zeit getrieben wurde) beschränkt waren und, gern ift ihre eigenthümliche Tracht gehüllt, -ie Iudengasstn ohne Roth nicht verließen. Hierzu, abgesehen von allen philosophischen Richtungen, -ie veränderte Weltlage in materieller Beziehung, -er Umschwung, -en Han-el un- Gewerbe, gegenseitiger Länderun- Völkerverkehr u. s. w. genommen, wodurch manche praktische Gebote jetzt zu Erschwerungen gemacht sin-, -ie sie früher nicht waren unauch bei ihrer Einführung gar nicht sein sollten^ — Wollen wir daher nicht eine neue st-mbolisiren-e Asketik einführen> -ie -en besseren Köpfen in Israel überhaupt nie zusagte, in unserem Jahrhunderte aber wohl am wenigsten Anklang finden dürfte, so mögen wir uns nicht verhehlen, -aß dem Judenthume Reformen Noth thun, und es hier nicht genügt, -ie Hand in den Schoos zu legen, in dem Wahne, -ie Gegenpartei mit Phrasen nie-er-onnern oder etwa dadurch -enRiß ausgleichen zu können. Beruhen ntrn allerdings Manche Aussprüche un- Folgesätze in -en von den Reformfteunden veröffentlichten Erklärungen auf unrichtiger Basis, leiden sie an Inkonsequenz, an-erKrankheit-esZeitgeistes un-ähnlichen Nebeln, -ie der Augenblick gebar, sinwohl auch Manche von dm Reformern -es Ziels und Endpunkts ihres Strebens sich nicht klar bewußt unmag es bei Einzelnen auch vielleicht Eitelkeit und Nachahmungsfucht sein, -aß sie hervortraten, so ist doch im Allgemeinen -ie achtungswerthe Quelle nicht zu verkennen, welcher das Streben seinen Ursprung verdanktunist das Ganze -aher nicht bloß in „Nachäfferei" zu suchen, Wollen -ie Reformer in vielen Stücken zu weit gehen; so weit, -aß besonnene untieferschauende Männer, denen daran liegt das uralte feste Gewölbe des Judenthums, -essen Außenseite durch -ie große Überschwemmung -erZeit manche Schadhaftigkeit erlitten, vor künftigen Stürmen zu schützen, nicht aber es zu unterhöhlen, daß diese Männer ihnen nicht werden ganz folgen können, so mußte und muß die Stimme der Liebe, der Sanftmuth und Belehrung sich erheben, urk die Irregeleiteten wieder in's rechte Gleis zurückzuführen und ihnen, die, wie sie sagen, ja auch „Glauben" „positive Religion" und „Iudenthurn" wollen, mit klaren und überzeugenden Worten ans Herz zu legen „was sie zu thun haben, welcher Gränzpfahl aber nicht zu überschreiten sei!" —■ Werden auch Einige sich nicht davon überzeugen lassen und ihren eignen Weg ferner gehen, so glauben wir doch annehmen zu dürfen, daß die verständigere Mehrheit, einem Schisma abhold, der Stimme der Mäßigung, ist sie mit wahrer und gründlicher Erkenntniß gepaart, Gehör schenken und einer auf gediegner wissenschaftlicher Forschung beruhenden, die Vergangenheit hochächtenden, aber über Gegenwart und Zu-