Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- Seite 234 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Tagesbegebeicheiten. 234 ausgedehnt ist", an den Pranger gestellt werden, zuvorgekommen, da er sich selbst nach seinen Gesinnungen einen solchen Platz angewiesen. Eine sonderbare Art, religiöse Ueberzeugung hervorzubringen, indem man die Gn ad enacte des Staates mit in's Spiel ziehet und denselben aufmerksam macht, daß er jüdische Aerzte und jüdische n L ch r b ea m t e t e Gelehrte duldet! Ein eigenthümliches Zeichen der Wahrhaftigkeit, Blatter „im Vereine mit Freunden des alten Bunden-Volkes" zu eröffnen, die zum Ziele sich setzen, die dem alten Bunde AnhLngenden der Verspottung, und die dem Fortschritte Ergebenen dem Haffe bloszustellen. Kaum können wir glauben, daß es die Wfgabe des Christenthums sei, aus solche Weise hinauszugehen und zu lehren; es verbreiten., indem man andere Konfessionen und ihre tüchtigsten Männer (S. 22 enthält eine besonders im Munde eines Geistlichen anderer Confession höchst unwürdige Schmähung gegen vr. Sachs) verhöhnt, und dieses im Namen der Religion der Liebe! — Wir wollen uns bei manchem Anderen nicht aufhalten, glauben aber dem Vers, den ihm auch aus seinem Evangelium bekannten Spruch zurufen zu müssen: „Du bemerkst nicht den Balken in deinem eigenen Auge". Sirhet es denn in der christlichen Kirche so ruhig und gesichert aus? Sind Bewegungen aus religiösem Gebiete Zeichen deS Verfalles, wie will man auf das feste Bestehen der Kirche pochen? Der fromme Verfasser scheint nicht Zeit gehabt zu Haben, sich mach dem Treiben der Weltkinder umzusehen, oder es gebrach ihm bei seinem herzinniglichen Antheil an dem Hause Israel an Muße, seinen Blick auf das christliche Territorium zu wenden. Nun, so möge er aufmerksam gemacht werden auf das neuerliche Leipziger Concil, das die Grundsäulen des Christenthums ziemlich erschüttert, nröge er Erkundigungen einzichen über die protestantischen Lichtfreunde , über die gegenwärtige Auftegung gegen den Shmbolzwang u. dgl. m. Der Vers, ermüdet nicht, die Kernsprüchlein von dem Einen Heile u. s. w. zu wiederholen, die, wenn nicht schon der Glaube da ist, keine lieberzeugung hervorbringen können; und wer Glauben mitbringt, der wird auch noch in der Synagoge ein bchagliches Plätzchen finden.— Mehr Aufmerksamkeit diesem Pamphlet zu schenken, dessen Herausgeber trotz seines unenglischen Verfahrens sich die englische Benennung R e v. vorsetzt, wäre eine Ungerechtigkeit gegen uns und gegen den Leser; wir haben diese Anzeige in die Tagesbegebenheiten gesetzt, weil es allenfalls eine eigene Erscheinung der Zeit ist, welcher Geist sich noch in ihr geltend machen will, und daß man Berlin zu einem solchen Schauplatze ausersehen. Von vielen Seiten läßt sich der Wünsch nach Reform vernehmen. Es ist dies immer ein Zeichen des Lebens, und wenn auch die Berliner wie die